Bildungspolitik

Semesterstart: DGB sieht in bezahlbarem Wohnraum dringendste Aufgabe

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert über ein solches Förderprogramm hinaus den Wiedereinstieg in den sozialen Wohnungsbau, wie auch eine Höchstgrenze der Mietpreissteigerung bei Neuvermietung.

Zur Lage auf dem Wohnungsmarkt zum Semesterstart und vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Studierenden in den letzten Jahren um 23 Prozent, die Zahl der Wohnheimplätze aber nur um drei Prozent gestiegen ist, erklärte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Freitag in Berlin:

"Mit dem Beginn des Wintersemesters 2013/2014 fehlt es im großen Umfang an bezahlbarem Wohnraum für Studierende. Hohe Mieten und fehlende Wohnheimplätze belasten den Studienbeginn. Ein erfolgreiches Studium braucht aber eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur.

Wohnraum zu schaffen ist öffentliche Aufgabe und muss an erster Stelle stehen. Die Studierenden von heute sind die Fachkräfte von morgen - wir alle haben ein Interesse daran, den jungen Menschen einen gelungenen Start in ihre Hochschulausbildung zu bieten.

Nur mit öffentlicher Förderung sind preisgünstige Mieten möglich. Prognosen des Deutschen Studentenwerks (DSW) gehen davon aus, dass die Studierendenzahlen mindestens bis zum Jahr 2020 auf hohem Niveau bleiben. Damit wird der Druck auf die Wohnungsmärkte in vielen Hochschulstädten noch weiter ansteigen - zu Lasten vieler Studentinnen und Studenten. Die Zeit der wohlfeilen Worte sind vorbei - Bund und Länder müssten bis 2015 ein gemeinsames Förderprogramm auflegen. Die Politik lässt bisher die Studierenden bei der Suche nach bezahlbaren Unterkünften allein. Jetzt ist ein bundesweiter Aktionsplan gefordert, damit Studierende nicht nur einen Studienplatz finden, sondern auch bezahlbaren Wohnraum.

Der DGB fordert über ein solches Förderprogramm hinaus den Wiedereinstieg in den sozialen Wohnungsbau, wie auch eine Höchstgrenze der Mietpreissteigerung bei Neuvermietung. Die steigenden Kosten fürs Wohnen müssten zudem bei der Berechnung der BAföG-Sätze berücksichtigt werden."

Weitere Informationen rund um das Thema Studium unter: http://jugend.dgb.de/studium

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund vom 04.10.2013