Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Schleswig-Holsteins SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig stellt sich den Fragen der Jugendverbände

Kiel. Im Rahmen des ersten Gesprächs mit den Spitzenkandidaten zur Landtagswahl stellte sich am 16. März SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig in der Jugendherberge Kiel den Fragen von über 50 Vertreterinnen und Vertretern der Jugendverbände.

In der vom Landesjugendring organisierten Veranstaltung trat Albig dafür ein, die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Bildungsträgern von Kindertagesstätten, Schulen und Jugenarbeit noch konsequenter auszubauen und alle Kinder möglichst früh zu fördern, um soziale Benachteiligung zu überwinden. In Bezug auf den demographischen Wandel in Schleswig-Holstein forderte er, die Zusammenarbeit der Kommunen, insbesondere im ländlichen Raum auszubauen, um Doppelstrukturen in der Infrastruktur zu vermeiden.

Angesprochen auf die Kürzungen in Jugendarbeit und Bildung machte Albig unmissverständlich klar, dass auch für eine sozialdemokratische Landesregierung die Schuldenbremse gelten werde, der Maßstab für Haushaltsentscheidungen müsse aber die Überwindung von sozialer Ungleichheit sein. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass nicht nur gefragt werden müsse, wie bestimmte Ausgaben für Bildung finanziert werden können, sondern auch die Frage zulässig sein müsse, wie teuer es die Gesellschaft komme, bestimmte Investitionen in Kindertagesstätten, Schulen und Jugendarbeit zu unterlassen.

Ausgehend von seinen Erfahrungen als Oberbürgermeister von Kiel mit Problemstadtteilen wie Gaarden und Mettenhof plädierte er für eine integrierte Arbeits-, Jugend- und Bildungspolitik, um durch eine gute politische Steuerung möglichst viel Fehlsteuerung zu vermeiden.

Von den Schulen forderte er eine höhere Bereitschaft mit außerschulischen Trägern zusammen zu arbeiten, weil seines Erachtens die Zeit, die Kinder und Jugendliche in Schulen verbringen, in Zukunft noch zunehmen werde. Im Rahmen von Ganztagsangeboten sah er gute Chancen für eine verstärkte Kooperation von Schulen und Jugendarbeit.

Auch wenn er es bewusst vermied, konkrete Versprechungen für eine zusätzliche Förderung für die außerschulische Jugendbildung abzugeben, machte er doch klar, dass die ehrenamtliche Jugendarbeit von zentraler Bedeutung für die Jugendarbeit im Lande sei. Zur Unterstützung der in Schleswig-Holstein vor allem von den über 20.000 Ehrenamtlichen getragenen Jugendarbeit trat er dafür ein, die haupt- und ehrenamtliche Arbeit noch stärker miteinander zu verzahnen. Gleichzeitig räumte er ein, dass der demographische Wandel mit teilweise über 20 Prozent Bevölkerungsverlust im ländlichen Raum und leichten Zuwächsen in den Hochschulstandorten kaum zurückdrehbar sei. Trotzdem sah er auf mittlere Sicht gute Entwicklungschancen für Schleswig-Holstein als Lebensraum zwischen den Ballungsräumen Hamburg und Kopenhagen.

Eindeutig zustimmend äußerte er sich zur Einführung des Wahlalters 16 bei Landtagswahlen. „Ich verstehe nicht, weshalb das in den Kommunen geht, im Land aber nicht. Ich erlebe Jugendliche in der Regel hoch kompetent,“ erklärte Albig. Angesprochen auf die Schulpolitik bekannte sich Torsten Albig zum Gymnasium mit 8 Jahren Schulzeit bis zum Abitur und zu Gemeinschaftsschulen, auf denen in 9 Jahren das Abitur erworben werden kann. Wichtige Verbesserungsmöglichkeiten sah er in der Bildungspolitik darin, die Übergänge zwischen den Bildungsgängen zu optimieren, die Öffnung der Schulen in die Sozialräume hinein voran zu bringen und die Arbeit der Lehrer_innen mehr wert zu schätzen und zu unterstützen z.B. auch durch die Verstärkung der Schulsozialarbeit.

Nach der etwa zweistündigen Diskussion vereinbarten Moderator Hannes Clausen, Landesjugendring und Torsten Albig weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Quelle: Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V.