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Saarland will Jugendhilfeplanung optimieren

Der Landkreistag Saarland und das Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport schlossen eine Kooperation zur Einführung einer integrierten Berichterstattung in der Kinder- und Jugendhilfe im Saarland.

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Die saarländische Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, Annegret Kramp-Karrenbauer, und der Vorsitzende des Landkreistages Saarland, Landrat Clemens Lindemann, haben am 26. Februar 2010 einen Kooperationsvertrag zur Einführung einer integrierten Berichterstattung in der Jugendhilfe im Saarland unterzeichnet. Damit unterstützt das Land ein Projekt unter der Federführung des Landkreistages, mit dem saarlandweit fundierte Daten über die Entwicklung in einzelnen Bereichen der Hilfen für Kinder und Jugendliche gewonnen werden können. In einem weiteren Schritt wird mit den so gewonnenen Daten die Vergleichbarkeit der Entwicklungen in der Jugendhilfe in den saarländischen Landkreisen und im Regionalverband Saarbrücken als auch mit den Entwicklungen im Nachbarland Rheinland-Pfalz ermöglicht werden können.

„Ich bin froh, dass es uns gemeinsam gelungen ist, im Saarland ein Projekt für eine grundlegende Analyse der Entwicklungen in der Jugendhilfe auf den Weg zu bringen“, betonte die zuständige Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um zukünftige Entscheidungen in der Jugendhilfeplanung sowohl auf der Kreis- wie auf Landesebene vor dem Hintergrund einer wissenschaftlich abgesicherten Datenbasis vorzubereiten und zu begründen. 
„Die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die der Hilfe der Jugendämter bedürfen, ist auch im Saarland beachtlich“, betonte der Vorsitzende des Landkreistages Saarland, Clemens Lindemann. In der Jugendhilfe haben die saarländischen Landkreise und der Regionalverband Saarbrücken in den letzten Jahren daher auch kontinuierlich steigende Ausgaben zu bewältigen. Gleichzeitig bewegen sich die Landkreise dabei seit Jahren in einem Spannungsfeld zwischen zusätzlichen, auf die Jugendhilfe übertragenen gesetzlichen Aufgaben einerseits, und knapper werdenden finanziellen Ressourcen andererseits. Sie haben sich daher entschlossen, neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Jugendhilfeplanung im Saarland anzugehen. „Wer nicht weiß, woher er kommt, der weiß auch nicht, wohin er geht“, erklärte Landrat Clemens Lindemann. Voraussetzung dafür sei allerdings eine solide und valide Datenbasis, um jugendpolitisch begründen zu können, was an Leistungen für junge Menschen und Familien notwendig ist. Geplant ist in diesem Zusammenhang für das Jahr 2011 die Vorlage eines ersten Landesberichtes.

„Die Erkenntnisse aus diesem Projekt werden auch Grundlage für die Berichterstattung des Landes sein“, erklärte Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Dabei ziele der vom Land als auch von den Landkreisen gewählte Ansatz insgesamt auf das gesamte Leistungsspektrum der Kinder- und Jugendhilfe. Wie die Ministerin weiter ausführte sei nicht nur die Analyse und der Vergleich von Entwicklungen in der Jugendhilfe und deren wissenschaftliche Bewertung, sondern auch die Vergleichbarkeit mit den Entwicklungen im Nachbarland Rheinland-Pfalz sinnvoll. Dies sei durch die Auswahl des Projektpartners aus Mainz durch den Landkreistag gewährleistet. 
Mit Beschluss vom 05.02.2009 hatte sich der Vorstand des Landkreistages Saarland im vergangenen Jahr für die Einführung einer integrierten Berichterstattung in der Jugendhilfe im Saarland entschieden und damit die Weichen für ein zunächst dreijähriges Modellprojekt gestellt. Als Projektpartner wurde das Institut für sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism) gewonnen. Ein entsprechender Vertrag für eine dreijährige Projektdauer bis Juni 2012 wurde bereits Anfang Dezember von den Vertragspartnern Landkreistag Saarland und ism unterzeichnet.

Mit der nunmehrigen Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Land und Landkreistag wird die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen/dem Regionalverband und dem Ministerium im Zusammenhang mit dem genannten dreijährigen Projekt des Landkreistages Saarland geregelt, das nunmehr zu einem Drittel vom Land mitfinanziert wird. In Abstimmung mit der Landesregierung wurden so die Weichen für eine stärkere Verzahnung der örtlichen Jugendhilfeplanung mit dem Land unter Achtung der Planungshoheit der Landkreise/ des Regionalverbandes gelegt. Im Gegenzug hierzu beteiligt der Landkreistag Saarland das Land an der Arbeit aller Projektgremien und stellt der Landesregierung die entsprechenden Daten und Interpretationshilfen zur Verfügung. 

Quelle: Saarländisches Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport

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