Kinder- und Jugendpolitik / Kinder- und Jugendarbeit

BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung diskutiert Themenschwerpunkt Spielleitplanung

Mädchen sprint über ein Hüpfekästchen-Feld
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Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung diskutiert an diesem Wochenende in Bremen über das Thema Spielleitplanung und die damit verbundenen Möglichkeiten, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu erforschen, darzustellen und sie in die Stadtentwicklung zu integrieren.

Zum Treffen des BundesNetzwerkes kommen rund 100 Beteiligungsfachkräfte aus ganz Deutschland zusammen, u.a. aus den Bereichen Kita, Schule, Jugendarbeit, Verwaltung und Stadtplanung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kinder- und Jugendbüros und Kinderbeauftragte.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Weitere Schwerpunkte des Treffens sind die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Verwaltungshandeln, die Beteiligung von Flüchtlingskindern sowie die digitale Beteiligung. Außerdem werden Fragen der Beteiligung in der Kita und Qualitätsstandards für die Ausbildung zu Beteiligungsmoderatoren im Mittelpunkt der Arbeitstagung stehen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem  SpielLandschaftStadt e.V. und dem LidiceHaus Bremen statt.

"In Bremen ist es seit über 20 Jahren Standard, dass Kinder bei der Gestaltung öffentlicher Spielflächen beteiligt werden. Nachdem in einigen Stadtteilen Spielleitplanungen durchgeführt wurden, bereitet die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport aktuell ein Spielraumförderkonzept vor, das u.a. Qualitätskriterien für die Spielleitplanung in der Stadtgemeinde Bremen enthalten wird. Dabei geht es nicht nur um "Spielen" im engeren Sinne, sondern auch um Orte für Jugendliche im öffentlichen Raum. Junge Menschen werden außerdem an der Entwicklung der Jugendarbeit in den Bremer Stadteilen beteiligt. Hierzu hat unser Haus gemeinsam mit dem LidiceHaus ein neues Konzept entwickelt, das aktuell in den Stadtteilen zum Einsatz kommt, um die offene Jugendarbeit an den aktuellen Interessen der Jugendlichen auszurichten. Um die auch vom BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung vertretenen Fachstandards gewährleisten zu können, wurde außerdem eine mehrere Module umfassende Qualifizierung von Fachkräften zu Moderatorinnen und Moderatoren für Kinder- und Jugendbeteiligung neu aufgelegt – in Kürze werden 24 Personen diese ebenfalls vom LidiceHaus durchgeführte Qualifizierungsreihe abschließen. Außerdem gibt es in vielen Bremer Stadtteilen Jugendbeiräte, und die Bremische Kinder- und Jugendstiftung ist ebenfalls ein wichtiger Partner bei der Umsetzung von Beteiligungsprozessen. In Bremen wissen wir längst: Junge Menschen können gar nicht früh genug lernen, sich einzumischen in die Gestaltung ihrer Lebenswelt, denn nur so kann die Zukunft demokratischen Engagements gesichert werden", betont Monika Frank, Referatsleiterin Kinder- und Jugendförderung bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport der Freien Hansestadt Bremen.

"Eine große Herausforderung hinsichtlich des Kinderrechts auf Beteiligung besteht darin, Mitspracherechte sowohl in der Alltagspraxis, beispielsweise durch die Qualifizierung von Fachkräften, als auch durch konkrete gesetzliche Bestimmungen zu verwirklichen. Studien haben gezeigt, dass Beteiligung hilft, Kinder zu stärken und negative Armutserfahrungen auszugleichen. Das funktioniert aber nur mit gut ausgebildeten Fachkräften und mit ausreichenden zeitlichen Ressourcen zur Umsetzung der Beteiligungsprozesse. Verbindliche gesetzliche Regelungen, die Beteiligungsprozesse obligatorisch machen und zudem entsprechende Infrastruktur bereitstellen, sind dringend notwendig, damit Deutschland nicht weiterhin ein Flickenteppich beim Thema Beteiligung bleibt", erklärt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Über das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung

Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein bundesweites Netzwerk von Fachkräften aus dem Bereich der Kinder- und Jugendbeteiligung. Das BundesNetzwerk setzt sich dafür ein, dass das Recht von Kindern und Jugendlichen, sich zu beteiligen, gesetzlich in Bund, Ländern und Kommunen verankert wird. Außerdem tritt das BundesNetzwerk dafür ein, dass Partizipation von Kindern und Jugendlichen ein Qualitätsmerkmal in allen Planungs- und Entscheidungsprozessen wird. Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung wurde 2008 auf Initiative des Deutschen Kinderhilfswerkes gegründet und hat rund 200 Mitglieder.

Mehr Informationen zum BundesNetzwerk unter www.kinderpolitik.de/netzwerk

Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

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