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Bildungspolitik

Jugendarbeitslosigkeit in Thüringen über dem Bundesdurchschnitt - Perspektiven haben sich aber verbessert

Durch den demografischen Wandel und die gute Wirtschaftsentwicklung haben sich die Perspektiven von Thüringer Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen habe seit 2007 um mehr als 30 Prozent abgenommen, erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Lutz Mania. Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) kritisierte allerdings zu niedrige Löhne.

Mit einer Erwerbslosenquote von 7,6 Prozent bei Jugendlichen liege der Freistaat aber noch über dem Bundesschnitt von 6,5 Prozent, erklärte die Arbeitsagentur. 2007 waren in Thüringen etwa 12.400 junge Menschen offiziell ohne Job, im vergangenen Jahr waren es rund 8.500.

Ein Grund für die Entwicklung sei der demografische Wandel. Lebten 1991 etwa 310.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren in Thüringen, seien es heute rund 214.000. Zum einen wurden in den vergangenen Jahren weniger Kinder geboren, zum anderen kehrten gerade junge Menschen Thüringen den Rücken.

Abwanderung durch niedrige Löhne

Das wirke sich auch auf die Wirtschaft aus. So hätten rund 1.000 Lehrstellen in diesem Jahr nicht besetzt werden können. Die Zahl der jungen Menschen unter 25 Jahren in den Betrieben sinke, die Belegschaft werde dadurch immer älter. Gleichzeitig sei aber die Beschäftigungsquote der Jüngeren in Thüringen von 40,6 Prozent im Jahr 2007 auf 41,5 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen.

Ein Grund für die starke Abwanderung sei das niedrigere Gehalt in Thüringen. Das liege bei Vollzeitbeschäftigten etwa ein Viertel unter dem deutschen Durchschnitt. Mittlere und kleine Betriebe im Freistaat würden meist schlechter bezahlen als Großunternehmen im Westen Deutschlands, sagte Mania.

Wirtschaftsminister Machnig forderte daher eine höhere Tarifbindung und besser Löhne. Die positive Entwicklung für Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass niedrige Löhne noch immer zur Abwanderung von Schul- und Hochschulabgängern führten. Gleichzeitig forderte der Minister, die Zuwanderung von Jugendlichen aus europäischen Nachbarländern zu fördern.

Quelle: Thüringer Staatskanzlei vom 13.08.2012