Kindertagesbetreuung

Hessen bietet flächendeckendes Tagesmütter-Vermittlungsnetz

Wiesbaden. Das Hessische Sozialministerium hat aktuell rund 3,45 Millionen Euro zur Förderung von Fachdiensten zur Gewinnung, Vermittlung, Beratung und Qualifizierung von Tagesmüttern und -vätern in Hessen bewilligt – etwa 250.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Dies teilt Sozialstaatssekretärin Petra Müller-Klepper mit.

„Hessen misst der Kindertagespflege eine besondere Bedeutung bei. Sie ist inzwischen ein gleichwertiger, elementarer Baustein im Angebot der Kinderbetreuung und leistet einen wichtigen Beitrag für ein familienfreundliches Hessen“, erklärte Müller-Klepper heute in Wiesbaden.

„Die Landesmittel fließen an 106 Tagesmütterbörsen“, so Petra Müller-Klepper. Mit Unterstützung des Landes sei ein flächendeckendes Vermittlungsnetz aufgebaut worden. Dies habe die Kinderbetreuungslandschaft verändert und fortentwickelt. Der Ausbau der Tagespflege - die Betreuung durch Tagesmütter und Tagesväter - und ihre qualitative Weiterentwicklung verlaufe in Hessen sehr erfolgreich.

Tagesmütter und -väter bieten nach Ansicht der Staatssekretärin eine individuelle, familienähnliche, flexible Betreuung. „Hierdurch kann den Eltern und insbesondere den Frauen eine echte Wahlfreiheit ermöglicht werden.“ Gerade für Kinder unter drei Jahren sei diese Betreuungsform besonders geeignet. Die besondere Bedeutung der Tagespflege im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit werde dadurch unterstrichen, dass die Betreuungszeiten individuell zwischen Eltern und Tagesmüttern und – vätern ausgehandelt und flexibel auf die Arbeitszeiten der Eltern abgestimmt werden könnten. Die Kindertagespflege sei eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu den institutionellen Kinderbetreuungsangeboten.

Laut amtlicher Kinder- und Jugendhilfestatistik gab es zum 1. März 2010 in Hessen 2.862 Tagespflegepersonen, die insgesamt 8.069 Kinder (darunter 5.622 Kinder unter drei Jahren) betreuten. Das Land fördert nicht nur die Fachdienste, sondern auch die Tagespflegepersonen. Hierfür sind 2010 mehr als 13,6 Millionen Euro Landesmittel geflossen. Die Förderung der Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Tagespflege erfolgt pro betreutem Kind auf Grundlage der Daten der amtlichen Statistik. Zuwendungsempfänger sind die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, die die Mittel an Tagespflegepersonen, die Kinder unter drei Jahren betreuen, weiterleiten.

„Der weitere Ausbau der Kindertagespflege gehört zu den wesentlichen Zielen der Landesregierung. Qualifizierte und motivierte Tagesmütter und Tagesväter werden für die Umsetzung der Betreuungsgarantie für Kinder unter drei Jahren ab 2013 dringend benötigt. Deshalb ist die Arbeit der Fachdienste von hoher Bedeutung‘“, betonte die Familien-Staatssekretärin.

Das Land fördert seit 1995 den landesweiten Beratungsdienst "Hessisches Kindertagespflegebüro“ (Maintal), der sich um den Auf- und Ausbau der Strukturen in der Kindertagespflege kümmert. Weiterhin beteiligt es sich an Modellprojekten im Bereich der Kindertagespflege. So hat Hessen gemeinsam mit der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie zwischen 2007 und 2010 das Pilotprojekt „Kindertagespflege – Qualität und Professionalität durch Kontinuität und sichere Rahmenbedingungen“ an sieben Standorten durchgeführt mit dem Ziel, Konzepte und Lösungen für bessere Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege zu entwickeln. Zu den Schwerpunktthemen des Projekts gehörten beispielsweise der berufliche Status der Tagesmütter und Tagesväter, die Verlässlichkeit ihrer Auslastung und damit ihrer finanziellen Situation, aber auch der Ausbau ihrer Fortbildung, die entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Kindertagespflege hat.

Quelle: Hessisches Sozialministerium