Kinder- und Jugendarbeit / Coronavirus

Sommerfreizeiten und Zeltlager müssen für Kinder und Jugendliche möglich sein

Jugendliche zelten auf einer Wiese vor einem Landhaus mit Alpenpanorama
Bild: Ryan/Unsplash (CC0)   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Ferien sind für Kinder und Jugendliche die Zeit, gemeinsam mit Gleichaltrigen Freizeiten und Aktivitäten zu planen. Wie Zeltlager, Ausflüge oder Stadtranderholung in diesem Jahr gestaltet werden können, ist bisher jedoch noch in einigen Bundesländern unklar. Lisi Maier, Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) fordert deshalb: „Wir brauchen dringend bundesweit Handlungs- und Planungssicherheit für die Jugendarbeit“.

In einem Forderungskatalog macht der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) klar: Ferien müssen Ferien bleiben. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und einige ihrer Länderkolleginnen und -kollegen denken immer noch laut über Sommerschulen nach. „Verantwortung, Gemeinsinn und Solidarität können junge Menschen viel besser lernen, wenn sie mit Gleichaltrigen etwas selbstbestimmt organisieren. Freiräume jenseits der Schule sind für die Persönlichkeitsentwicklung enorm wichtig“, betont Tobias Köck, Vorsitzender des DBJR.

Engagement junger Menschen besser anerkennen und fördern

Das unterstreicht auch Dr. Wolfgang Schröer, Professor der Universität Hildesheim und Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums, das die Bundesregierung in Sachen Jugend berät: „Junge Menschen leisten in Jugendorganisationen und nicht nur hier – insbesondere in den Sommerferien – viel zivilgesellschaftliches Engagement. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie dieses Engagement besser anerkannt, wie das Engagement junger Menschen gefördert werden kann. Wie wir dieses Engagement anerkennen, zeigt sich darin, wie wir gerade auch in der aktuellen Corona-Krise den jungen Menschen transparente Bedingungen und Unterstützung schaffen, um sich engagieren zu können. Corona zeigt, was Priorität hat und was nicht, bisher sind die Bedingungen für den Sommer noch nicht klar.“ Dr. Wolfgang Schröer ist Mitautor der bundesweiten „JuCo“-Studie, die danach fragte, wie Jugendliche die Corona-Krise erleben.

Freizeiten mit Übernachtungen bundesweit möglich machen

Die monatelangen Einschränkungen in der Kinder- und Jugendarbeit hatten für junge Menschen massive Folgen. Für viele junge Menschen bedeutete diese Zeit neben vielen Unsicherheiten, dass Kontakte zu Gleichaltrigen und Vertrauenspersonen außerhalb ihrer Familie fehlten. In den Ferienfreizeiten mit Gleichaltrigen, begleitet von ehrenamtlichen Jugendleiterinnen und -leitern, können sie wieder gestalten und damit prägende Erfahrungen und Erlebnisse sammeln. Deswegen fordert der DBJR: Freizeiten mit Übernachtungen müssen in den Sommerferien bundesweit möglich sein.

Handlungs- und Planungssicherheit für die Kinder- und Jugendarbeit

Damit die Verantwortlichen in der Jugendarbeit Handlungs- und Planungssicherheit haben, brauchen sie Unterstützung durch Politik und Behörden, etwa durch Gesundheitsämter oder kommunale Verwaltungen. Kostenlose Testkapazitäten könnten zusätzlich Sicherheit schaffen. Lisi Maier sagt: „Entscheidend ist das Vertrauen in die Entscheidungskompetenz und das Handeln der Jugendleiter*innen vor Ort“. Durch die Teilnahme an Ausbildungskursen und Seminaren zum Erwerb der Jugendleiter*incard (Juleica) und durch vielfältige Erfahrung als Leiterinnen und Leiter von Freizeitmaßnahmen sind die Ehrenamtlichen entsprechend qualifiziert, dass sie fundiert und unter Einbezug der Interessen von Kindern, Jugendlichen und Eltern Entscheidungen treffen können: ob es sinnvoll ist, eine Maßnahme zu starten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring e.V. vom 18.06.2020

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