Kinder- und Jugendarbeit / Ganztagsbildung

Pilotprojekt IKUS gewinnbringend für alle Beteiligten

Bild: Oliver Volke / IJAB   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0 Lutz Stroppe, Abteilungsleiter Kinder und Jugend im BMFSFJ, würdigt die gelungene Zusammenarbeit und betont den Wert nicht-formaler Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung und für den Erwerb von Gestaltungskompetenz.

Neue Bildungsmodelle für mehr Toleranz und interkulturelles Verständnis an Schulen – 14 Schulen im Regierungsbezirk Köln und Fachkräfte der Internationalen Jugendarbeit leisten Pionierarbeit.

Mehr Toleranz, ein stärkerer Klassenzusammenhalt, weniger Mobbing in der Schule und besseres interkulturelles Verständnis – das sind nur einige der Wirkungen, die mit neuen Formen der Zusammenarbeit von Schule und Internationaler Jugendarbeit erzielt werden können. Gut 80 Akteure aus Schule, Internationaler Jugendarbeit, Politik und Wissenschaft kamen zur Abschlusskonferenz des Pilotprojekts „IKUS – Interkulturelles Lernfeld Schule“ am 16. November 2011 nach Köln, um ihre Erfahrungen aus zwei Projektjahren auszuwerten und den Grundstein für eine bundesweite Anwendung der entwickelten Modelle zu legen. Die Ergebnisse aus Praxis und wissenschaftlicher Begleitung fließen in ein Handbuch ein, das 2012 veröffentlicht wird. Bereits jetzt kann eine interaktive CD-ROM mit Anleitungen und Materialsammlungen bestellt werden (Publikationen).

Das Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Bildungsformen hat die Beteiligten überzeugt: Schulen profitieren von den nicht-formalen Methoden der Jugendarbeit, die sich an Freiwilligkeit, Teilhabe und den Interessen und Fähigkeiten orientieren und vom Schulbetrieb alleine nicht geleistet werden können. Die Jugendarbeit wiederum erreicht durch die Zusammenarbeit auch junge Menschen aus Haupt-, Real- und Förderschulen, die sonst wenig Zugang zu ihren Angeboten haben. Dass sich die Zusammenarbeit für alle Beteiligten lohnt, zeigen auch die Zwischenergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes durch zwei Forscherteams um Prof. em. Dr. Alexander Thomas von der Universität Regensburg und Prof. Dr. Andreas Thimmel von der Fachhochschule Köln . Bei der Befragung der Teilnehmenden wurde beispielsweise deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler lernten, kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten besser zu verstehen. Sie wertschätzen sich stärker gegenseitig, können besser kommunizieren und sich bei Konflikten besser verhalten. Die abschließende wissenschaftliche Auswertung wird im Frühjahr 2012 erwartet.

Auch Lutz Stroppe, Abteilungsleiter für Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), würdigte in der Podiumsdiskussion die gelungene Zusammenarbeit und betonte den Wert nicht-formaler Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung und für den Erwerb von Gestaltungskompetenz.

Manfred Höhne, leitender Regierungsschuldirektor des Regierungsbezirks Köln, hob die Bereicherung des schulischen Lernens durch die Methoden der nicht-formalen Bildung hervor.   

„Damit junge Menschen ihr Leben in einer multikulturellen und globalisierten Welt meistern können, müssen wir ihre soziale und interkulturelle Kompetenz fördern“, erklärt Marie-Luise Dreber, Direktorin der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. Internationale Jugendarbeit leiste hierzu einen wichtigen Beitrag und könne ungenutzte Potentiale an Schulen fruchtbar machen, wenn z. B. auch die Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund einbezogen werden.

Auch nach dem offiziellen Abschluss des Pilotprojektes wird die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten weiterlaufen. Am 01./02. Dezember 2011 schließt sich bereits in der Akademie „Haus am Maiberg“ in Heppenheim eine Fachtagung zum Thema Internationale Jugendarbeit und Schule an, die die Ergebnisse aus Köln aufgreifen wird.

IKUS wurde im Sommer 2009 gestartet, um erstmals gemeinsam mit Schulen und Trägern der Internationalen Jugendarbeit Projekte zu entwickeln, die interkulturelles Lernen und damit eine bessere Integration anstoßen. Ziel war es, neue Bildungsmodelle zu entwickeln, die den veränderten Lebenswirklichkeiten junger Menschen in einer globalen Gesellschaft Rechnung tragen.  Gefördert wurde das Projekt durch das BMFSFJ. Die Bezirksregierung Köln stellte den beteiligten Lehrkräften zudem für die Projektarbeit Stunden zur Verfügung.

IKUS wird von IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. koordiniert. Eine Steuergruppe aus Vertretern des BMFSFJ, der Bezirksregierung Köln, dem Landesjugendamt Rheinland, transfer e.V. und dem Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA) unterstützt und berät die Koordinierungsstelle.

Quelle: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

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