Kinder- und Jugendarbeit / Qualifizierung

Ehemaliger Linienbus wird zum Kultur-Labor

Busse auf Autobahn während die Sonne untergeht
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An der Universität Vechta startet ein neues Projekt: Das MoKuLab, das mobile Kultur-Labor, ist ein Tandem-Projekt der Germanistik und der Designpädagogik. Die Idee: Studierende gestalten einen Bus, mit dem sie später durch den Landkreis fahren und beispielsweise in Kindergärten, Jugendtreffs oder an öffentlichen Plätzen Halt machen. Dort kommen sie mit unterschiedlichen Zielgruppen in Kontakt und können zuvor konzipierte Projekte durchführen.

Das MoKuLab ist ein ‚Erprobungsvehikel‘ für die pädagogische Arbeit und dient der Professionalisierung von Studierenden im Bereich der Kulturellen und Interkulturellen Bildung. Er ist ein Mittel der Expedition, der Kommunikation, der Erforschung, der Kooperation und der Gestaltung.

Das Projekt wird als sogenanntes Tandem-Fellowship vom Stifterverband und der DATEV-Stiftung mit 30.000 Euro für ein Jahr gefördert. Verantwortlich sind Angela Hartig (Kulturelle und Interkulturelle Bildung) und Dipl. Des. Traugott Haas (Designpädagogik).

Ein Bus für Lehr-Lern-Projekte und Exkursionen

„Das Projekt ist in mehrere Phasen gegliedert“, erklärt Traugott Haas. „Zunächst werden Studierende der Designpädagogik den Ausbau eines ehemaligen Linienbusses übernehmen. Dahinter stehen gestalterische, konzeptionelle und didaktische Überlegungen: Dabei gilt es ausgehend von möglichen Projekten zu überlegen, wie die Ausbauten gefertigt sein müssen, um den zukünftigen Anforderungen den nötigen Raum zu bieten. An die Fertigstellung schließt die erste Erprobungsphase an, die Studierenden aus Germanistik und Designpädagogik fahren verschiedene Stationen an und testen ihre Konzepte und den Bus.“ Beruhend auf diesen Beobachtungen werden die Angebote, aber auch der Bus als solches weiter optimiert. Später sollen auch Studierende und Lehrende anderer Fächer den Bus für Lehr-Lern-Projekte oder Exkursionen nutzen können.

Begenungen mit Menschen abseits der universitären Komfortzone

Angela Hartig hat selbst über 20 Jahre als Gymnasiallehrerin für Kunst und Germanistik gearbeitet und erläutert den Mehrwert für die Studierenden: „Der zentrale Ansatz dieses Projekts ist, dass die Studierenden die universitäre Komfortzone verlassen und sich auf Neues, nicht gänzlich Vorhersehbares einlassen. Sie begeben sich mittels des MoKuLabs auf Reisen in neue Gefilde, um Begegnung herbeizuführen mit Menschen unterschiedlichster Art, in unterschiedlichen Situationen und Konstellationen. Die Studierenden werden mittels kunst- und designbasierter Verfahren auf die Projektarbeit und die damit verbundenen Herausforderungen vorbereitet. Sie haben maximalen Gestaltungsspielraum bei professioneller inhaltlicher und organisatorischer Begleitung. Diese Art der selbstbestimmten Erprobung trägt dazu bei, eine pädagogische Haltung einschließlich interkultureller Kompetenzen im Hinblick auf einen späteren Berufsalltag zu entwickeln.“

Aktionen und Projekte mit den Menschen vor Ort

Mit dem MoKuLab werden Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Altenheime, Jugendtreffs, Flüchtlingsunterkünfte oder öffentliche Plätze angesteuert, um bestimmte, von den Studierenden vorbereitete Aktionen anzubieten oder sich vor Ort entwickelnde Projekte zu begleiten. Die Bereiche Kunst, Design, Musik, Spiel, Sport, Theater und Sprache bilden einen reichhaltigen Fundus für differenziert auf die Menschen und Bedingungen abgestimmte Aktivitäten.

Das MoKuLab ist eines von zwölf geförderten Projekten in drei Kategorien von Stifterverband und DATEV-Stiftung. Insgesamt waren über 100 Anträge eingereicht worden. Eine Jury wählte die Fellows aus. Ausschlaggebend für eine Förderung ist vor allem, dass das Vorhaben einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem Status quo darstellt und in das Curriculum eingebunden werden kann.

Quelle: Universität Vechta vom 08.11.2018

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