Hilfen zur Erziehung / Kinder- und Jugendpolitik

LVR und LWL: Kinder und Jugendliche wünschen sich mehr Beteiligung

Wegweiser mit dem Text Mitbestimmung
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„Wir möchten mitbestimmen, was in unseren Einrichtungen und in der Jugendhilfe in NRW passiert.“ Das haben 19 junge Menschen aus Jugendhilfeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen (NRW) bei einem Treffen der Arbeitsgruppe „Gehört werden!“ in Wuppertal deutlich gemacht. Die Arbeitsgruppe ist Teil des dreijährigen Projekts „Gehört werden!“, das von den beiden Landesjugendämtern des LVR und des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) organisiert und vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung landesweiter Beteiligungsstrukturen in der stationären Erziehungshilfe in NRW.

Staatssekretär Andreas Bothe vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) besuchte im September gemeinsam mit Lorenz Bahr, dem Jugenddezernenten des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), erstmals das Treffen der Arbeitsgruppe „Gehört werden!“. Sie sprachen mit den Jugendlichen, die außerhalb ihrer Familien aufwachsen, über ihre aktuelle Situation und ihre Wünsche zum Thema Mitbestimmung.

„Gehört werden!“

„Junge Menschen an Entscheidungen zu beteiligen, die sie betreffen, entspricht dem zentralen pädagogischen und demokratischen Grundverständnis. Das Projekt „Gehört werden!“ unterstützt die Jugendlichen darin, sich verstärkt in Entscheidungsprozesse einzubringen, die sowohl ihr direktes Lebensumfeld als auch Einrichtungen der Erziehungshilfe allgemein betreffen“, so Bothe nach dem Gespräch. Den Dialog haben beide Seiten genutzt, um Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Die Jugendlichen sprachen Themen an, die sie in ihrem Alltag gern ändern würden. Unter anderem kritisierten sie die sogenannte 75 Prozent-Regelung, nach der die Jugendämter große Teile ihres Einkommens einbehalten dürfen.

Jugendliche als Expert(inn)en in eigener Sache

LVR-Jugenddezernent Bahr freute sich über die Offenheit der jungen Menschen: „Das Gespräch hat mir deutlich gemacht, dass die Jugendlichen viele Wünsche und auch Ideen haben. Sie sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Und ich bin froh, dass wir als Verantwortliche durch das Projekt die Möglichkeit haben, diese Expertise für Verbesserungen zu nutzen.“

Landesweite Beteiligungsstrukturen in stationärer Erziehungshilfe

Die Arbeitsgruppe ist Teil des dreijährigen Projekts „Gehört werden!“, das von den beiden Landesjugendämtern des LVR und des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) organisiert und vom MKFFI gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung landesweiter Beteiligungsstrukturen in der stationären Erziehungshilfe in NRW. Die Kinder und Jugendlichen, die außerhalb ihres Elternhauses leben, sollen bei der Gestaltung dieser neuen Beteiligungsform mit ihren Wünschen und Interessen ernst genommen und einbezogen werden. Die Arbeitsgruppe besteht aus Jugendlichen und Fachkräften, die in regelmäßigen Treffen gemeinsam neue Möglichkeiten der einrichtungsübergreifenden Partizipation in NRW erarbeiten.

Über den LVR

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 19.000 Beschäftigten für die 9,6 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen, drei Heilpädagogischen Netzen, vier Jugendhilfeeinrichtungen und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.
Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten Politikerinnen und Politiker aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

Quelle: Landschaftsverband Rheinland (LVR) vom 17.09.2018

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