Grundschule

Gleichbleibendes Leistungsniveau in Mathe und Naturwissenschaften

Zwei Schülerinnen sitzen in der Grundschule lachen in einem Stuhlkreis, im Hintergrund ist eine Tafel zu sehen
Bild: © Christian Schwier - fotolia.com

Die Kompetenzen deutscher Viertklässler in Mathematik und den Naturwissenschaften sind seit 2007 trotz neuer Herausforderungen auf dem selben Niveau. Dennoch besteht im internationalen Vergleich Nachholbedarf. Das zeigen die Ergebnisse der „Trends in International Mathematics and Science Study“ 2019.

Deutschland nimmt seit 2007 an der „Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS) teil, um die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe zu erfassen. Neu ist, dass ein Großteil der Schülerinnen und Schüler den Test vollständig am Computer absolvierte.

Insgesamt zeigt sich, dass die Kompetenzen der Viertklässlerinnen und -klässler sowohl im Fach Mathematik mit 521 Punkten als auch in den Naturwissenschaften mit 518 Punkten signifikant über dem internationalen Mittelwert (501 bzw. 491 Punkte) aller teilnehmenden Staaten liegen. Im Vergleich zu den teilnehmenden OECD-Staaten liegen die Kompetenzwerte der deutschen Schülerinnen und Schüler unterhalb der durchschnittlichen Vergleichswerte in beiden Domänen, im Vergleich zu den teilnehmenden EU-Staaten trifft dies lediglich für das Fach Mathematik zu.

Gute Ergebnisse trotz heterogener Schülerschaft

Zu den TIMSS-2019-Ergebnissen erklärt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Stefanie Hubig: „Die Ergebnisse von TIMSS 2019 zeigen, dass Schülerinnen und Schüler in Grundschulen seit 2007 stabile Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften zeigen. Das ist ein gutes Ergebnis, insbesondere vor dem Hintergrund einer heterogener werdenden Schülerschaft. Das zeigt, welch wichtige Arbeit unsere Grundschullehrkräfte leisten. Und dafür gebührt ihnen unser Dank.

Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass Deutschland im internationalen Vergleich in Mathematik und den Naturwissenschaften weiterhin Nachholbedarf hat. Es gibt zwei zentrale Handlungsfelder: Wir müssen zum einen dafür sorgen, dass der Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler nicht von der Herkunft und dem Geldbeutel der Eltern abhängt. Deshalb starten wir im Januar 2021 eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern ‚Schule macht stark‘. Diese verfolgt das Ziel, die Bildungschancen von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern zu erhöhen. Neben der Förderung der leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler, müssen wir uns aber auch um die Leistungsstarken kümmern, so dass sie ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Auch dazu haben wir die gemeinsame Bund-Länder-Initiative ‘Leistung macht Schule‘ auf den Weg gebracht. Ziel beider Initiativen ist es, unsere Lehrkräfte verstärkt dabei zu unterstützen, mit der zunehmenden Heterogenität konstruktiv und professionell umzugehen“.

„Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein"

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Christian Luft erklärt: „Die Lehrerinnen und Lehrer in unserem Land leisten einen tollen Job! Ihnen ist es in erster Linie zu verdanken, dass deutsche Grundschülerinnen und Grundschüler in Mathematik und Naturwissenschaften ihre Leistungen seit 2007 gehalten haben. Und das trotz zunehmender Heterogenität der Schülerschaft in Deutschland. Das zeigen uns die Ergebnisse von TIMSS 2019. Dennoch sind wir im Länderdurchschnitt nur Mittelmaß. Diese Erkenntnis zeigen uns auch andere Bildungsstudien. Vor allem können wir nicht zufrieden sein, wenn ein Viertel unserer Grundschüler in Mathematik und Sachkunde als leistungsschwach gilt. Als Land ohne Rohstoffe müssen wir verstärkt auf die Bildung unserer Kinder setzen. Die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat es immer wieder betont: Mittelmaß kann nicht unser Anspruch sein. Unsere Gesellschaft braucht gute Bildung. Unsere Kinder verdienen gute Bildung. Um dies zu ermöglichen, müssen auch unsere Lehrkräfte verstärkt fortgebildet werden, um Informationstechnologien in den Unterricht zu integrieren. Auch müssen die Leistungsunterschiede zwischen Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft verringert werden. Gemeinsam mit den Ländern setzen wir uns daher dafür ein, dass Schulen besser unterstützt werden, um die Bildungschancen von sozial schwachen Schülerinnen und Schülern zu verbessern.“

Die Schülerinnen und Schüler haben 2019 den Test erstmals am Computer absolviert. Trotz dieser Umstellung und neuer Testformate ist ein Vergleich der Ergebnisse mit früheren TIMSS-Durchgängen möglich. Eine ergänzende nationale Untersuchung der Umstellung auf computerbasierte Tests bestätigte dies. Es zeigt sich lediglich für die naturwissenschaftlichen Aufgaben, dass der Moduseffekt in Deutschland kleiner ausfällt als im internationalen Vergleich.

Hintergrund

Auf internationaler Ebene ist die International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) Initiator und verantwortlich für die Organisation. In Deutschland wurde TIMSS unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Knut Schwippert, Universität Hamburg, durchgeführt.

An TIMSS 2019 haben weltweit 58 Staaten mit mehr als 300.000 Schülerinnen und Schülern teilgenommen. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 4.900 Schülerinnen und Schüler aus 203 Schulen in die Untersuchung einbezogen. TIMSS wird in vierjährigem Rhythmus durchgeführt. Die nächste Erhebung findet 2023 statt.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse und weiterführende Informationen sind auf der Projektwebseite von TIMSS zu finden: www.timss2019.uni-hamburg.de

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 08.12.2020

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