Bildungsforschung / Bildungspolitik

Bildung auf einen Blick 2020: Berufseinstieg in Deutschland gelingt besonders schnell

Ein Lehrer erklärt seinem Schüler etwas in der praktischen Ausbildung in der Berufsschule.
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Wie funktionieren die Bildungssysteme in anderen Ländern? Und was können wir daraus lernen? Die OECD veröffentlicht jährlich den Bericht „Bildung auf einen Blick“. Er vergleicht die Bildungssysteme von insgesamt 46 Staaten. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf der beruflichen Bildung.

Am 07. September 2020 veröffentlichte die OECD den jährlichen Bericht „Bildung auf einen Blick 2020“ (Education at a Glance 2020). Der Bericht zeigt einen Vergleich der Bildungssysteme von 37 OECD-Staaten sowie neun Partnerstaaten. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig bilanzieren auf der gemeinsamen Pressekonferenz:

„Ein guter Tag für die berufliche Bildung“

Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek: „Eine gute berufliche Bildung ist die Säule unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Wir alle profitieren von Menschen, die eine Ausbildung gemacht haben. Gerade in der Krise hat sich das gezeigt. Auch der OECD-Bericht stellt unserem Berufsbildungssystem ein gutes Zeugnis aus, auch was die Aufstiegschancen angeht: Insgesamt 92 Prozent unserer jungen Leute machen ihre Ausbildung in einem Bereich, der beruflichen Aufstieg direkt möglich macht. Im OECD-Schnitt sind es nur 70 Prozent. Das zeigt: Berufliche Bildung ist ein Karrieretreiber. Genau deshalb habe ich auch die Attraktivität der beruflichen Bildung zu einem Schwerpunkt meiner Arbeit gemacht.“

Vieles sei geschafft worden, betont die Bundesbildungsministerin. Mit der Modernisierung des Berufsbildungsgesetzes wurde eine Mindestvergütung für Auszubildende eingeführt und Berufsabschlüsse wurden international vergleichbar. Zudem wurde das Aufstiegs-BAföG verbessert, der Unterhalt wurde in einen Komplettzuschuss verwandelt. All diese Maßnahmen seien Bausteine für berufliche Karrierewege. „Es muss egal sein, welchen Weg ich wähle. Beide Wege – der berufliche oder der akademische – sind gleichwertige Wege mit Karrierechancen.“

Politisches Interesse und Engagement steigt mit Bildungsstand

KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: „Die Kultusministerkonferenz hat es sich zum Ziel gemacht, die berufliche Bildung auch in Zukunft als attraktive und erfolgsversprechende Bildungsoption weiter auszubauen. Denn wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte für die Zukunft unseres Landes. Deshalb werden wir die Qualität der beruflichen Schulen weiterentwickeln, indem wir intensiv zusammenarbeiten, die Digitalisierung weiter vorantreiben und in die Aus- und Fortbildung unserer Lehrkräfte investieren. Mit Blick auf die Ergebnisse des Berichts freut es mich natürlich besonders, dass wir Fortschritte im MINT-Bereich machen. In keinem anderen Land ist ein Abschluss in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik so beliebt wie in Deutschland. Das ist ein Weg, den wir unbedingt weitergehen müssen.“

Es zeige sich darüber hinaus, dass sich gute Bildung auch weit über den finanziellen Ertrag hinaus lohne. Wie in den meisten anderen Staaten steige auch in Deutschland das Interesse an Politik und das Vertrauen in das politische System mit dem Bildungsstand. Beides sei in Deutschland vergleichsweise stark ausgeprägt. „Dies freut mich sehr. Unsere Demokratie braucht Menschen, die sich politisch interessieren und politisch engagieren – für unsere Gesellschaft, für ein gutes Miteinander,“ so die KMK-Präsidentin abschließend.

Hintergrund

Der Bericht „Bildung auf einen Blick“ hat das Ziel, anhand von quantitativen Indikatoren einen Vergleich der Bildungssysteme von 37 OECD-Staaten sowie neun Partnerstaaten zu ermöglichen. Der Bericht ist in vier Hauptkapitel unterteilt: A: Bildungserträge, B: Bildungsbeteiligung, C: Bildungsinvestitionen, D: Lernumfeld

Ein zusätzliches Kapitel umfasst Daten zum Nachhaltigkeitsziel Bildung. Das Berichtsjahr der Daten variiert nach Indikator zwischen 2019 und 2018. Für Finanzdaten gilt das Berichtsjahr 2017.

Detaillierte Informationen zu ausgewählten Ergebnissen des Berichts stehen außerdem in einem Hintergrundpapier (PDF, 5 MB) zur Verfügung.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung und Kultusministerkonferenz vom 07.09.2020

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