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KJSG-Stellungnahme

Rechte für Care Leaver stärken

Junger Mann in T-Shirt steht mitten in einem Kornfeld und schaut in den vom Sonnenuntergang rosa gefärbten Himmel
Bild: Max Duzij - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Das Bundesnetzwerk Care Leaver Initiativen hat sich zum Referentenentwurf eines Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) positioniert. Die Stellungnahme des Bundesnetzwerkes richtet sich dabei ausschließlich an Veränderungen zu den §§ 27, 36, 37 und 41 des Achten Buches Sozialgesetzbuch/Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII). Gefordet wird, dass Care Leaver auch über die Volljährigkeit hinaus Unterstützung vom Jugendamt erhalten müssen.

In den vergangenen Jahren hat sich insbesondere in der erzieherischen und sozialpädagogischen Praxis gezeigt, dass die Übergänge aus stationären Jugendhilfeangeboten (Heimunterbringung) sowie aus Pflegefamilien für die Betreffenden nicht nur neu gewonnene Freiheiten und Selbstbestimmung bedeuten. Viel mehr noch erwartet sie gleichermaßen ihr Monopol auf eine „eigenverantwortliche Lebensführung“ (§ 41 VIII SGB).

In den vergangenen zehn Jahren fand insbesondere die Gestaltung dieses Übergangs von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter dem Begriff „Care Leaver/-innen“ (zu Deutsch „Hilfeverlasser/-innen“) auch zunehmend fachlichen Diskurs. Studien haben gezeigt, dass junge Menschen aus öffentlichen Erziehungshilfen den Übergang in die Selbstständigkeit vermehrt unter sozialer und materieller Benachteiligung meistern müssen.

Nach dem Theoriemodell von Lothar Böhnisch ist ergänzend anzuführen, dass dieser Übergang in das sog. Erwachsenenleben bereits als eigene Lebensphase einzuordnen ist. Im Vergleich zu Gleichaltrigen können Care Leaver/-innen dabei nur auf weniger vergleichbare Ressourcen zurückgreifen. Deshalb ist besonders die Gestaltung von Unterstützungsmaßnahmen durch Mitbestimmung, Teilhabe an Entscheidungsprozessen und Erhalten von Anerkennung von enormer Bedeutung.

Das Bundesnetzwerk Care Leaver Initiativen fordert daher, dass Care Leaver/-innen auch über die Volljährigkeit hinaus Unterstützung vom Jugendamt erhalten müssen.

Die ausführliche Stellungnahme des Bundesnetzwerk Care Leaver Initiativen (PDF, 758 KB) steht als Download auf deren Website zur Verfügung. 

KJSG-RefE 2020

Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (KJSG-RefE 2020) wurde am 5. Oktober zur schriftlichen Anhörung an die Verbände versandt. Die Stellungnahmefrist lief bis zum 26. Oktober 2020.

Über das Bundesnetzwerk

Das Bundesnetzwerk Care Leaver Initiativen hat sich im September 2017 als Netzwerk aus über 50 Personen und Projekten, die Angebote für Care Leaver bereithalten oder diese planen, zusammengeschlossen. Ziel des Bundesnetzwerkes ist es, den Austausch zwischen Care Leaver-Initiativen zu fördern, auf die Belange und Lebenssituation sozialpolitisch aufmerksam zu machen und dadurch zur Verbesserung der Situation Leaving Care beizutragen.

Quelle: Bundesnetzwerk Care Leaver Initiativen

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