Junge Flüchtlinge / Migration

Gute Bildung für Neuzugewanderte: Deutschsprachförderkonzept reformieren und Potenziale nutzen

Mehrere Menschen stehen vor einer Informationswand
Bild: rawpixel.com

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert eine umfassende Reform des Deutschsprachförderkonzeptes von Bund und Ländern. Die Potenziale von Migrantinnen und Migranten müssten ökonomisch und gesellschaftlich besser genutzt werden. Der aktuelle Weltbildungsbericht zeige erneut, welche wichtige Ressource Bildung sei. Die GEW fordert deshalb ein Recht auf Ausbildung und die Möglichkeit, einen Berufsabschluss nachholen zu können.

Zugewanderte Menschen müssen noch stärker für Ausbildung gewonnen werden, lautet eine Erkenntnis der Tagung „Gute Bildung für Neuzugewanderte“, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am 23.11.2018 in Göttingen mit Experten insbesondere aus der Beruflichen Bildung und der Arbeitsmarktforschung veranstaltet. Nicht nur ökonomisch, sondern auch gesellschaftspolitisch könne es sich die Bundesrepublik nicht erlauben, das Potenzial der Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten nicht zu nutzen.

Fuß fassen mit guten Sprachkentnissen 

„Gute Sprachkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung, um in der Bildung und im Beruf Fuß zu fassen. Deshalb ist das Deutschsprachförderkonzept des Bundes und der Länder dringend zu reformieren. Die GEW hat Vorschläge vorgelegt, um die Qualität der Kurse und der Ausbildung ebenso wie die prekären Beschäftigungsbedingungen der Lehrkräfte zu verbessern“, sagte Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung. „Ob neuzugewandert oder alteingesessen – wichtig ist, für alle Absolventen der beruflichen Ausbildung die Teilhabe-, Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven zu verbessern. Gerade der in dieser Woche vorgestellte Weltbildungsbericht 2019 mit dem Schwerpunkt Migration, Flucht und Bildung zeigt deutlich, dass Bildung die wichtigste Ressource der Gesellschaft ist und die Bildungsbedürfnisse der Migranteninnen, Migranten und Geflüchteten stärker berücksichtigt werden müssen. Die Lehrkräfte haben die wichtige Aufgabe, die jungen Menschen individuell zu fördern. Dafür brauchen sie Unterstützung und Entlastung.“ 

Auch wenn Migration eine der wichtigsten aktuellen globalen Herausforderungen ist, sei sie kein neues Phänomen und müsse „als Normalität“ gestaltet werden, sagte Klinger. Berufstätigkeit sei zentral für ein selbstgestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb fordere die GEW ein Recht auf Ausbildung und das Recht, einen Berufsabschluss nachholen zu können. „Diese Ziele müssen bei der Reform des Berufsbildungsgesetzes erreicht werden“, unterstrich Klinger.

Hintergrund 

Am 23.11.2018 findet in Göttingen die GEW-Fachtagung „Gute Bildung für Neuzugewanderte“ statt, die zum einen eine Bestandsaufnahme der beruflichen Ausbildung Neuzugewanderter in den Bundesländern leisten und zum anderen Gelingensbedingungen bzw. Mindeststandards hierfür aufzeigen soll.

Die GEW hatte während ihres Gewerkschaftstages 2017 u.a. die Beschlüsse „Bildung in der Migrationsgesellschaft. Weiter denken!" (PDF, 257 KB) sowie „Bildung in der Migrationsgesellschaft – Forderungen zum Bereich berufliche Bildung und berufsbildende Schulen“ gefasst.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 23.11.2018

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