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Kinder- und Jugendpolitik: Es gibt noch viel zu tun!

Schweiz Karte mit Menschen
Bild: © Markus Mainka - fotolia.com

Die Interessen und Anliegen von Kindern und Jugendlichen zu vertreten, ist immer noch notwendig, betont die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens. Die Kommission wurde 1978 vom Bundesrat eingesetzt und engagiert sich seither für eine schweizweite Politik für und mit Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Schwerpunkte ihrer Arbeit sind u.a. die Umsetzung der Kinderrechte und das Aufwachsen in einer digitalen Welt.

Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) feierte ihr 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass lud die EKKJ die Akteure der Kinder- und Jugendpolitik am Donnerstag, 29. November 2018, ab 14 Uhr zu einem Treffen im Kulturzentrum PROGR in Bern ein. Der Jubiläumsanlass fand in Anwesenheit von Bundespräsident Alain Berset statt. Themenschwerpunkte waren u.a. die Herausforderungen der kantonalen Kinder- und Jugendpolitik sowie die Fortschritte und Defizite bei der Umsetzung der Kinderrechte in der Schweiz. Eine Ausstellung illustrierte die wichtigsten Meilensteine des Engagements der EKKJ.

Entwicklung einer Politik für und mit jungen Menschen

1997 hat die Schweiz die UNO-Konvention über die Rechte des Kindes (UN-KRK) ratifiziert, 1999 trat die neue Bundesverfassung (insbesondere die Artikel 11, 41 und 67) in Kraft und 2008 wurde der Bericht des Bundesrates «Strategie für eine schweizerische Kinder- und Jugendpolitik» veröffentlicht. Diese Errungenschaften haben dazu beigetragen, dass sich die Kinder- und Jugendpolitik in kleinen, aber regelmässigen Schritten entwickelt, sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene.

Der Kommissionspräsident Sami Kanaan würdigte im Rahmen der Veranstaltung das Engagement der EKKJ für die Entwicklung einer Politik für und mit Kindern und Jugendlichen und wies dabei auf die Anerkennung des Nutzens dieser Politik und die Bedeutung ausreichender Ressourcen hin. Er erinnernte auch daran, dass die Umsetzung der KRK in der Schweiz noch verbessert werden muss, insbesondere für benachteiligte Gruppen.  

Kantonale Unterschiede für Chancengleichheit problematisch

Die Co-Präsidentin der Konferenz für Kinder- und Jugendpolitik, Andrea Weik, zeigte auf, dass es trotz der Entwicklung von kantonalen Kinder- und Jugendpolitiken und einer besseren Koordination noch grosse Unterschiede zwischen den Kantonen gibt, was für die Chancengleichheit problematisch ist. Und nichts ist wirklich garantiert. Angesichts wachsender Anforderungen müssen die kantonalen Akteure sicherstellen, dass auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete Leistungen nicht Sparmassnahmen zum Opfer fallen.

Für das Netzwerk Kinderrechte Schweiz beleuchtete Lea Meister die Fortschritte, aber auch die Defizite bei der Umsetzung der KRK in der Schweiz. So müssen Kinder beispielsweise ihre Rechte besser kennen und sich Gehör verschaffen können. Wie dies mit anderen internationalen Übereinkommen der Fall ist, werden zurzeit auch die Kinderrechte in Frage gestellt.

Von den Jugendunruhen der 1980er-Jahre bis zur Generation 4.0

Die EKKJ wurde 1978 vom Bundesrat als Eidgenössische Kommission für Jugendfragen (EKJ) eingesetzt. 2003 wurde ihr Auftrag auf Kinder ausgeweitet. Die Kommission setzt sich nun seit 40 Jahren für die Interessen und das Wohl von Kindern und Jugendlichen ein.

Schon ganz zu Beginn forderte die EKJ angesichts der Jugendunruhen von 1980 einen echten Dialog mit jungen Menschen anstelle von polizeilicher Repression. In Berichten und Stellungnahmen setzte sich die EKKJ weiterhin für die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ein, sei es, um die politische Beteiligung junger Menschen zu fördern oder das Recht des Kindes auf Anhörung in Gerichts- und Verwaltungsverfahren durchzusetzen. Die EKKJ verfolgt einen globalen, interdisziplinären Ansatz und bezieht auch Aspekte des Kinder- und Jugendschutzes sowie der Kompetenzförderung mit ein, insbesondere in ihren thematischen Fachberichten.

Titel wie «Prügeljugend – Opfer oder Täter?» (1998), «Jung und arm: das Tabu brechen!» (2007), «Jugendsexualität im Wandel der Zeit» (2009), «Selbstbestimmt oder manipuliert? Kinder und Jugendliche als kompetente Konsumenten» (2014) veranschaulichen das breite Spektrum der in EKKJ-Publikationen behandelten Themen. Die Berichte liefern fundierte Analysen und Handlungsansätze zu aktuellen Themen, wobei der Schwerpunkt auf der Perspektive von Kindern und Jugendlichen liegt. Im neusten Bericht «Aufwachsen im digitalen Zeitalter», der anfangs 2019 erscheinen wird, befasst sich die EKKJ mit den Kompetenzen, die es in einer digitalen Welt zum Arbeiten, Leben und Handeln braucht.

Die EKKJ wird 40

Die von der jungen Berner Grafikerin Florine Baeriswyl konzipierte Ausstellung 78 ---18 illustriert das 40-jährige Wirken der EKKJ und zieht Parallelen zwischen den Arbeiten und Produkten der Kommission und den wichtigsten Etappen in der Entwicklung der schweizerischen Kinder- und Jugendpolitik sowie einer Auswahl prägender gesellschaftlicher Ereignisse. Die Ausstellung 78 ---18 (PDF, 6 MB)  steht online zur Verfügung. Weitere Informationen zum Jubiläum mit Reden und Vortägen finden sich ebenfalls auf der Webseite der EKKJ. Weitere Informationen: www.ekkj.ch

Quelle: Eidgenössische Kommission für Kinde- und Jugendfragen vom 28.11.2018

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