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500. Reformationsjubiläum: Wirkung weit über den Raum der Kirche hinaus

Der Schriftzug „Am Anfang war das Wort“ als Installation in einer Kirche auf der Präsentation in Berlin (Oktober 2011)
Bild: © Staatliche Geschäftsstelle „Luther 2017“ Das gemeinsame Motto der staatlichen und kirchlichen Akteure zum Reformationsjubiläum „Am Anfang war das Wort“

Zum 500. Jahrestag der Reformation finden am 31. Oktober zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Großereignisse statt. Kulturstaatsministerin Grütters und der evangelische Ratsvorsitzende Bedford-Strohm würdigen in diesem Zusammenhang Lutherdekade und Reformationsjubiläum als großartiges Kultur- und Bildungsprojekt. Die Bundeskanzlerin äußerte sich in ihrem aktuellen Videopodcast mit Blick auf die gesellschaftspolitischen Veränderungen und weist auch auf das besondere Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland hin, das sehr stark durch die Reformation geprägt sei.

Der Höhepunkt und Abschluss des 500. Reformationsjubiläums steht unmittelbar bevor: Am 31. Oktober 2017 jährt sich der legendäre Thesenanschlag Martin Luthers zum fünfhundertsten Mal. Angesichts der weltgeschichtlichen Bedeutung der Reformation wird dies in ganz Deutschland mit einem arbeitsfreien Tag begangen. Nicht nur hier, sondern weltweit wird mit Gottesdiensten und Festveranstaltungen an dieses Ereignis erinnert. In der Lutherstadt Wittenberg finden am Reformationstag die offiziellen Feierlichkeiten mit einem Gottesdienst in der Schlosskirche und einem staatlichen Festakt in Anwesenheit vieler hochrangiger Gäste aus dem In- und Ausland statt.

Kultur- und Bildungsprojekt Lutherdekade und Reformationsjubiläum

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erklären für das Kuratorium „Reformationsjubiläum 2017“: „Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, mit uns diesen Feiertag festlich zu begehen - ob mit einem Gottesdienst, einer Ausstellung oder bei einem Konzert zum Reformationsjubiläum. Die Reformation ist eine religiöse Erneuerungsbewegung, die ihre Wirkung weit über den Raum der Kirche hinaus entfaltet hat. Es war daher richtig, dass Staat, Kirche und Zivilgesellschaft bei den Vorbereitungen zusammengewirkt haben. Die zahlreichen kirchlichen und staatlichen Angebote haben sich ausgezeichnet ergänzt. Wir haben weltoffen, international und ökumenisch gefeiert. Lutherdekade und Reformationsjubiläum gelten zu Recht als ein großartiges Kultur- und Bildungsprojekt. Unabhängig von Religion, Alter und Bildungsstand haben sich Millionen Menschen mit der Reformation, mit ihren Auswirkungen und ihrer heutigen Relevanz für unser Land, Europa und die Welt auseinandergesetzt. Das Reformationsjubiläum wird nachwirken. Denn es hat zu einer Verständigung über unsere Wurzeln und Werte angeregt. Dies ist zu Zeiten großer gesellschaftlicher Herausforderungen sehr wertvoll.“

Luther: Mensch mit Stärken und Schwächen

Auch die Bundeskanzlerin äußerte sich in ihrem aktuellen Videopodcast zum 500. Jahrestag der Reformation. Durch die Reformation sei "Vieles gesellschaftspolitisch in Gang gekommen". Es lohne sich, darüber nachzudenken, was vor 500 Jahren in Deutschland und in Europa durch Luther und durch die Reformation auch und gerade in Verbindung mit den neuen technischen Möglichkeiten durch den Buchdruck passiert sei, "um auch unsere Zeit besser zu verstehen". Wie jeder Mensch sei Luther mit unglaublichen Stärken, aber eben auch mit Schwächen ausgestattet gewesen. Es sei wichtig, etwa über seine Aussagen zum Judentum auch sehr kritisch zu berichten. "Das ist für mich die vollständige, historische Rezeption, die wir brauchen." 

Auch auf das besondere Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland geht die Kanzlerin ein. Dieses sei sicherlich auch sehr stark durch die Reformation mit geprägt. "Das bedeutet, dass wir zwar eine Trennung von Kirche und Staat haben, aber nicht eine vollständige Trennung, wie wir sie zum Beispiel in Frankreich durch den Laizismus haben", sagt die Bundeskanzlerin. Sie verweist auf die Verträge zwischen Kirche und Staat sowie auf den Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes und würdigt die Trennung der Aufgaben, aber auch das klare Bekenntnis im staatlichen Bereich, "dass das Christentum eine der Grundlagen unserer Arbeit ist und natürlich auch unsere persönliche Tätigkeit prägt."

Hintergrund

Seit Herbst 2016 steht Deutschland ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums mit vielen tausend Veranstaltungen, Ausstellungen und Großereignissen im In- und Ausland. Bund, Länder und Kommunen haben sich hierauf mit den Kirchen über Jahre hinweg gemeinsam vorbereitet. Am Reformationstag selbst findet ein Festgottesdienst mit anschließendem staatlichen Festakt in der Lutherstadt Wittenberg statt, an dem auch die Bundeskanzlerin teilnimmt.

Weitere Informationen über die Angebote am Reformationstag:

www.luther2017.de 
www.reformationsjubilaeum-bund.de 
www.ekd.de.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 25. und 28.10.2017

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