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Kinderrechte / Kinder- und Jugendpolitik

„Kids Takeover“ am globalen Aktionstag zu 30 Jahren UN-Kinderrechtskonvention

Auf einem Podium sitzen Mädchen aus unterschiedlichen Ländern
Bild: © UNICEF/UNI207485/Chalasani Im September im Rahmen der UN-Generalversammlung spricht Morayo Adegbile (12) aus Nigeria neben Greta Thunberg (16) aus Schweden.

Zum internationalen Tag der Kinderrechte ergreifen überall auf der Welt Kinder und Jugendliche das Wort. Mit verschiedenen Aktionen verschafft ihnen UNICEF Gehör. Bei einem der weltweiten „Kids Takeover“ in Schloss Bellevue in Berlin, diskutierten Kinder und Jugendliche mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über Kinderrechte, Demokratie und Zukunft.

Am 30. Jahrestag der Kinderrechte verschafft UNICEF mit Aktionen rund um den Erdball den Anliegen von Kindern und Jugendlichen Gehör. Dabei ergreifen junge Menschen in Politik, Medien oder Schulen das Wort. In Berlin diskutierten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender mit 13 Kindern und Jugendlichen über „Kinderrechte – Demokratie – Zukunft“. Die Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 17 Jahren werden in Schloss Bellevue im Rahmen eines „Kids Takeover“ protokollarisch wie Präsidentinnen oder Präsidenten empfangen. In ganz Deutschland organisierten UNICEF-Gruppen in über 60 Städten und Gemeinden sowie mehr als 180 Schulen Diskussionen über die Umsetzung der Kinderrechte. Die 17-jährige Julia Kaluza aus Ostfildern erklärte in Berlin: „Es geht um unser Leben und um unsere Zukunft. Wir wollen mitreden und ernst genommen werden.“

„Kids Takeover“ in 50 Ländern

In über 50 Ländern fanden „Kids Takeover“ mit Regierungsvertretern statt – zum Beispiel in Armenien, Indonesien, Jordanien, Libanon und Ruanda. Bei den Vereinten Nationen in New York und in Genf sowie im Europaparlament erhoben junge Menschen ihre Stimme. Zahlreiche bekannte Gebäude wurden blau angestrahlt, um ein Zeichen für Kinderrechte zu setzen – darunter der Shanghai Tower, das Pantheon in Paris, die Akropolis in Athen oder der Panama Kanal und die Bosporus-Brücke in Istanbul. Internationale Stars wie Millie Bobby Brown und David Beckham sowie mehr als 80 international tätige Unternehmen – darunter H&M, IKEA und SAP – zeigten, dass sie sich für Kinderrechte einsetzen.

Fortschritte sind ungleich verteilt

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes garantiert seit 1989 allen Kindern grundlegende Rechte: auf Überleben, Entwicklung, Schutz und darauf, gehört zu werden. Seither sank die weltweite Kindersterblichkeit, mehr Kinder erhielten Zugang zu Bildung und der Kinderschutz wurde verbessert. Doch die Fortschritte sind sehr ungleich verteilt und erreichen vor allem die ärmsten und am stärksten marginalisierten Kinder nicht genug. In reichen wie in armen Ländern gibt es eine erschreckende Kluft zwischen Kindern, die gut gefördert und behütet aufwachsen und denen, die keine faire Chance haben. Die Kinder von heute sind mit gravierenden globalen Veränderungen wie der weltweiten Urbanisierung, der Digitalisierung und dem Klimawandel konfrontiert.

Stärkerer politischer Wille und Einsatz nötig

„Trotz großer Fortschritte stehen die Kinderrechte heute an einem kritischen Punkt. Wir brauchen stärkeren politischen Willen und Einsatz, damit sie für alle Kinder Wirklichkeit werden“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Angesichts einer wachsenden Polarisierung in Teilen der Gesellschaft und in der Politik sind das Bekenntnis zu den Kinderrechten und der Einsatz für menschenwürdige und nachhaltige Lebensverhältnisse für alle Kinder ein zentraler gemeinsamer Wert und eine der wichtigsten internationalen Aufgaben.“

Quelle: UNICEF Deutschland vom 19.11.2019