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Recht / Kindertagesbetreuung

Familienverband: Kinder sind keine Emissions- sondern Zukunftsträger!

Kleiner Junge auf Spielplatz

(Berlin) Im Zusammenleben in Städten und Gemeinden dürfen Kinder nicht an den Rand gedrängt werden. Der Deutsche Familienverband begrüßt deshalb ausdrücklich einen Gesetzentwurf des Bundesbauministerium, der künftig verhindern soll, dass Kinderlärm Anlass für gerichtliche Auseinandersetzungen geben darf.

„Allerdings reichen die darin genannten Strategien bei weitem nicht aus.“, erklärt DFV-Vizepräsident Thomas Böwer anlässlich der heutigen Anhörung in Berlin. Der DFV hat in seiner Kurzstellungnahme wesentliche Kritikpunkte eingebracht.

Kinder und Spielplätze sind ein selbstverständlicher Teil eines Wohngebietes. Doch dieser Auffassung trägt der Entwurf keine Rechnung, kritisiert Böwer. So läuft die darin vorgegebene Größenbeschränkung von Anlagen zur Kinderbetreuung diesem Ziel sogar zuwider. „Kitas und Krippen sollen laut Entwurf ‚der Gebietsversorgung angemessen’ sein – aber wer entscheidet eigentlich, was angemessen ist?“, fragt der DFV-Bauexperte. Wohngebiete verändern sich stetig: Eltern, deren Kinder aus dem Haus sind, brauchen tatsächlich keine Kitas. Aber ein vorübergehend kinderloses Wohngebiet ist nur dann für neue Familien attraktiv und bietet ihnen eine Heimat, wenn die Infrastruktur stimmt. Dabei geht es nicht nur um Kindergärten und Krippen. Kinder brauchen für ein gesundes, altersgemäßes Aufwachsen Raum für Bewegung: Spiel- und Bolzplätze gehören selbstverständlich in ihr Lebensumfeld. Im Gesetzentwurf ist dies nur „ausnahmsweise“ – und damit noch schärfer beschränkt als bisher – vorgesehen. Natürlich haben auch Jugendliche ab 14 Jahren ein Recht auf Bewegung und Entfaltung, doch zu ihren Lebensräumen findet sich in dem Entwurf kein Wort.

„Eine kinderfreundliche Gesellschaft entsteht nicht allein durch Gesetze. Sie wächst durch das tägliche Zusammenleben mit Kindern, durch gegenseitige Rücksicht und Toleranz. Gesetze können aber dazu beitragen – wenn sie klarstellen, dass Räume für Kinder ein ebenso selbstverständlicher und zulässiger Teil eines Wohngebietes sind wie die Wohngebäude.“, unterstrich Thomas Böwer. „Diese Klarheit schafft der Gesetzentwurf bislang nicht.“ Er forderte mehr gesetzgeberischen Mut, damit Kinder in einem lebenswerten Umfeld groß werden können. Denn „Kinder sind keine Emissionsträger, sondern Kinder sind Zukunftsträger!“

Quelle: Deutscher Familienverband

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