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Sozialpolitik / Flucht und Migration

Rekord: 44,16 Millionen Menschen erwerbstätig

Mehrere junge Erwachsene stehen hintereinander in einer Reihe und machen "Daumen hoch"
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Die Arbeitsmarktzahlen für Juni vermelden einen neuen Rekord. Davon profitiert in besonderer Weise auch der Sozialsektor. Auch immer mehr Flüchtlinge sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wenngleich ihre Arbeitsvermittlung vor besonderen Herausforderungen steht.

Seit der Wiedervereinigung waren noch nie so viele Menschen erwerbstätig: 44,16 Millionen Menschen hatten im Mai eine Arbeit. Die Arbeitslosigkeit blieb zum zweiten Mal infolge unter der 2,5-Millionen-Marke. Betriebe haben es zunehmend schwerer, neue Mitarbeiter zu gewinnen.

„Die Zahlen aus Nürnberg zeigen einen Arbeitsmarkt in bester Verfassung, einen Arbeitsmarkt voller Chancen“, sagt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Die Wahrscheinlichkeit, die Arbeit zu verlieren, sei so gering wie lange nicht. Dagegen seien die Möglichkeiten, eine Arbeit zu finden, so gut wie selten zuvor.

Mehr als 44 Millionen Menschen erwerbstätig

Im Mai waren insgesamt 44,16 Millionen Menschen erwerbstätig – das sind 125.000 mehr als im April und so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von 648.000 Erwerbstätigen.

Vom anhaltenden Aufwind profitiert vor allem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Sie ist binnen Jahresfrist um 727.000 angewachsen. Insgesamt hatten im April 32,03 Millionen Menschen einen regulären Job. Den größten Zuwachs an Beschäftigten gab es in den letzten zwölf Monaten im Dienstleistungsbereich sowie im Pflege- und Sozialsektor.

Hingegen ist die Zahl der Arbeitslosen von Mai auf Juni nochmals um 25.000 – auf 2,47 Millionen gesunken –, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Wie schon im Mai 2017 lag sie damit erstmals seit 1991 wieder knapp unter der 2,5-Millionen-Marke. Im Vergleich zum Vorjahr waren 142.000 Menschen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,5 Prozent.

Stellen länger unbesetzt

„Arbeitskräfte werden immer gefragter“, so Nahles. Seit 2013 sei das Angebot an offenen Stellen stetig gestiegen. Im Juni waren bei der Bundesagentur für Arbeit 731.000 freie Stellen gemeldet – 66.000 mehr als noch vor einem Jahr. Gesucht werden neue Mitarbeiter in nahezu allen Branchen.

Um neues Personal zu gewinnen, brauchen Betriebe zunehmend länger. Bis zur Stellenbesetzung dauert es im Durchschnitt 96 Tage. Trotz der guten Verfassung am Arbeitsmarkt, stehe man weiter vor Herausforderungen, so die Bundesarbeitsministerin. „Weiterbildung und Qualifizierung sind der Schlüssel, damit die Zahlen auch in Zukunft gut bleiben.“ 

Mehr Flüchtlinge in Arbeit

Einerseits sind immer mehr Menschen aus den aktuellen Zuwanderungsländern sozialversicherungspflichtig in Deutschland beschäftigt – gegenüber 2016 waren es im April 256.000 (+14 Prozent). Gleichzeitig stieg im Juni die Zahl der Arbeitslosen aus diesen Ländern um 39.000 oder zehn Prozent.

Für die Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen ist das Erlernen der deutschen Sprache und die berufliche Qualifizierung von großer Bedeutung. Nur wenige können relativ schnell in den Arbeitsmarkt einsteigen. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit braucht es dafür mehrere Jahre.

Zu den wichtigsten nicht-europäischen Asylherkunftsländern zählen Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Die Arbeitslosigkeit von Menschen aus diesen Ländern ist im Juni im Vorjahresvergleich um 43.000 (29 Prozent) gestiegen. Insgesamt wurden 490.000 Geflüchtete als Arbeitsuchende, darunter 181.000 als Arbeitslose von Arbeitsagenturen oder Jobcentern betreut.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 30.06.2017

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