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Sozialpolitik / Kinder- und Jugendpolitik

Diakonie fordert gleiche Chancen für Kinder und Jugendliche

In zwei nach vorne gestreckten Händen liegen mehrere Geldscheine
Bild: Christian Dubovan - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Kinder und Jugendliche müssen wirksamer vor Armut und Überschuldung geschützt werden – auch und gerade in der Corona-Krise. Dafür plädiert die Diakonie anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung „Chancenlose Kinder? - Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“, die in der Woche vom 25. Mai stattfindet. Der evangelische Wohlfahrtsverband fordert u.a. eine bessere Beratungs- und Präventionsarbeit sowie eine bedarfsgerechte Ausgestaltung des Existenzminimums und eine Kindergrundsicherung.

„Kinder trifft finanzielle Not besonders hart. Ihre Entwicklungsmöglichkeiten und Bildungschancen sind dramatisch eingeschränkt. Die Auswirkungen spüren sie ein Leben lang. Das ist sozial ungerecht und eine vertane Chance. Denn das Potential dieser jungen Menschen brauchen wir für die Zukunft unserer Gesellschaft“, sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. In der Corona-Krise verschärft sich die Situation, weil noch mehr Familien in existenzielle Nöte geraten und sich verschulden. „Kinder aus überschuldeten und überschuldungsgefährdeten Familien müssen die gleichen Chancen haben wie alle Kinder und Jugendlichen“, so Loheide.  Das kann nur durch ein aufeinander abgestimmtes Bündel politischer Maßnahmen gelingen. „Dazu gehört, dass das Existenzminimum endlich bedarfsgerecht festgesetzt wird. Außerdem brauchen wir eine Kindergrundsicherung, die die bisherigen unübersichtlichen und unzureichenden Einzel-Hilfen für Familien und Kinder ersetzen: eine nachhaltige sozialpolitische Leistung statt Kindergeld, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag und Kinderregelsätze“, betont Loheide.

Zudem plädiert die Diakonie für eine Reform des Sozialrechts, um die Verschuldung von Minderjährigen per Gesetz auszuschließen. Nicht selten kommt es durch Rückforderungsbescheide der Jobcenter an minderjährige Mitglieder von Bedarfsgemeinschaften zur Verschuldung. „Die Volljährigkeit mit Schulden zu beginnen ist kein guter Start ins Erwachsenenleben. So stehen Chancen auf ein schuldenfreies Leben von Anfang an schlecht“, sagt Loheide.

Um Überschuldung von Familien zu vermeiden, muss nach Ansicht der Diakonie die Beratungs- und Präventionsarbeit der Schuldnerberatungsstellen ausgebaut und die Finanzbildung von Kindern und Jugendlichen deutlich verbessert werden, zum Beispiel durch Kooperation von Schulen und Schuldnerberatung. Seit Jahren fordert die Diakonie zudem ein Recht auf Schuldnerberatung für alle Menschen.

Die Diakonie informiert über ihre Angebote der Schuldnerberatung. Weitere Informationen finden sich außerdem unter www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

Quelle: Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. vom 22.05.2020