Kinder- und Jugendpolitik / Demokratie

U16-Kommunalwahl in NRW: Über 20.000 Kinder und Jugendliche nahmen teil

In die Luft gestreckte Hände
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Bei der diesjährigen symbolischen U16-Wahl haben Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren wenige Tage vor der Kommunalwahl in NRW ein klares Signal gesetzt. Dicht gefolgt von CDU und SPD konnten im vorläufigen Ergebnis Bündnis 90/Die Grünen mit 27,43% der Stimmen die Mehrheit der jungen Wähler/-innen für sich gewinnen. Parteien der politischen Extreme erreichten niedrige Werte.

Bündnis 90/Die Grünen sind Favorit bei jungen Menschen

„Die hohe Wahlbeteiligung an der U16-Wahl trotz der erschwerenden Umstände durch Corona ist ein wichtiges Signal: damit zeigen Kinder und Jugendliche deutlich, dass sie ihre Meinung politisch vertreten wollen und politisch interessiert sind“, erklärt Max Pilger, Vorsitzender des Landesjugendrings NRW. „Das bestätigt uns in unserer Forderung, das Wahlalter auf 14 Jahre abzusenken“. An der symbolischen U16-Wahl hatten über 20.000 Kinder und Jugendliche Teilgenommen.

Mit 27,43% der Stimmen konnte Bündnis 90/Die Grünen die Mehrheit der jungen Wähler/-innen für sich gewinnen. Der Großteil der restlichen Stimmen verteilte sich mit 24,14% auf die CDU, 23,07% auf die SPD, 6,34% auf die FDP, 6,22% auf kommunale Wählergemeinschaften, 4,76% auf die Linke, 3,24% auf die Partei und 2,12% auf die AfD. Nachhaltigkeit, Mobilität und Digitalisierung waren neben den Auswirkungen von Corona die wichtigsten Themen für junge Menschen.

Keine Chance für extrem rechte Parteien

„Dieses Ergebnis für NRW widerlegt die Befürchtung vieler Erwachsener und Politiker/-innen, dass junge Menschen eher extreme Parteien wählen. Vielmehr zeigt das Ergebnis, dass die AfD bei jungen Menschen im Vergleich zu aktuellen Umfragen deutlich weniger beliebt ist als bei Erwachsenen“, erläutert Max Pilger. „Es zeigt, dass für eine politische Meinung und eine Auseinandersetzung mit der bestehenden Demokratie kein bestimmtes Alter erreicht sein muss. Vielmehr könnten junge Menschen durch ein Wahlrecht ab 14 Jahren ihre Zukunft mitbestimmen und für eine aktive Teilnahme im demokratischen Prozess gewonnen werden. Wir hoffen, dass unsere heutige U16-Wahl die Skepsis der Politik in NRW verringert und wir mit ihr die Absenkung des Wahlalters neu diskutieren können.“ Das Wahlergebnis ist auch ein Auftrag junger Menschen an Politiker/-innen, sich stärker um die Belange von Kindern und Jugendlichen zu kümmern.

Über die U16-Wahl

Bei der U16-Wahl können Kinder und Jugendliche bis zu neun Tage vor der eigentlichen Wahl ihre Stimme abgeben. Stimmberechtigt ist jedes Kind und jede_r Jugendliche unter 16 Jahren – egal wie alt, ob mit oder ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Politik und demokratische Prozesse zu wecken. Die U16-Wahl will Politiker_innen auf die Interessen von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen und deren Bereitschaft wecken, sich für die Interessen junger Menschen einzusetzen.

Quelle: Landesjugendring NRW vom 04.09.2020

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