Kinder- und Jugendpolitik / Sozialpolitik

Perspektivwechsel zur Armutsbekämpfung bei Kindern und Jugendlichen

Ein Junge sitzt mit gesenktem Blick auf dem Boden vor einer kahlen Steinwand
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Die Kluft zwischen arm und reich in Deutschland wird immer tiefer. Das trifft Kinder und Jugendliche besonders hart. Jugendliche sind die am stärksten von Armut betroffene Altersgruppe. Die Evangelische Jugend fordert deshalb: Reichtum antasten um Armut zu bekämpfen.

In einer Gesellschaft, die immer stärker auf Reichtum und Konsum abzielt, ist Ludwig Erhards Versprechen vom Wohlstand für alle schon lange vergessen und nichts mehr wert. Reiche Bevölkerungsschichten können sich fast alle Wünsche erfüllen, am unteren Ende der Einkommensskala muss gut überlegt werden, ob der Besuch eines Fußballspiels wirklich drin ist und an Urlaubsreisen ist nicht zu denken.

Reichtum antasten, um Armut zu bekämpfen

Alle politischen Konzepte, die Schere zwischen arm und reich zu schließen, laufen seit Jahren ins Leere. Das Armutsrisiko steigt trotzdem weiter. Das kann auch der jüngste Reichtums- und Armutsbericht der Bundesregierung trotz aller redaktionellen Mühe nicht mehr kaschieren. „Wenn allenthalben das Auseinanderdriften von arm und reich beklagt wird, wird es endlich Zeit, dass wir den Reichtum antasten, um Armut zu bekämpfen. Der Sinn von Reichtum besteht darin anderen Menschen zu helfen und sie zu unterstützen.“, sagt Bernd Wildermuth, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej).

Ökumenisches Sozialwort der Jugend

Die Evangelische und die Katholische Jugend in Deutschland fordern deshalb in ihrem gemeinsamen Sozialwort der Jugend: Wir brauchen einen grundlegenden Perspektivwechsel zur besseren Armutsbekämpfung bei Kindern und Jugendlichen. Jedes Kind und jeder Jugendliche hat einen Anspruch auf die gleiche finanzielle Unterstützung in Form eines bedingungslosen Kinder- und Jugendgrundeinkommens, unabhängig vom Einkommen der Familie.

Mit dem gemeinsamen Sozialwort der Jugend „Damit die Welt zusammen hält“ beziehen die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Stellung zur sozialen Lage in Deutschland und in der Welt.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. vom 13.09.2017