Kinder- und Jugendpolitik / Freiwilliges Engagement

Landesjugendring Berlin startet Kampagne: Jugend wählt Berlin – wählt Berlin auch Jugend?

Eine Gruppe von Freunden sitzt auf dem Rasen

Unter dem Motto "JUGEND WÄHLT BERLIN" hat der Landesjugendring eine Kampagne im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gestartet. Mit monatlichen Forderungen macht der Zusammenschluss der Berliner Jugendverbände bis zur Wahl deutlich, wo die Politik für eine kinder- und jugendfreundliche Stadt dringend nachbessern muss. In der ersten Forderung im April geht es um mehr Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement junger Menschen.

Berlin wächst und wird jünger: Es gibt immer mehr Kinder und Jugendliche, viele von ihnen sind mit ihren Familien zugezogen oder suchen auf der Flucht Schutz. Die Bedürfnisse dieser Gruppen nach Freiräumen, Lebensqualität, Mitbestimmung oder Wohnraum spielen in der politischen Debatte zumeist nur eine untergeordnete Rolle. "Mit den monatlichen Forderungen wollen wir zeigen, wo in der Jugend- und Jugendverbandsarbeit der Schuh drückt und die Politik aktiv werden muss, um gemeinsam mit jungen Menschen eine lebenswertere Stadt zu gestalten", sagt Marcel Hoyer, Vorsitzender des Landesjugendring.

Die Themen der Kampagne reichen von besseren Chancen für junge Geflüchtete und von Armut bedrohten Kindern und Jugendlichen bis zu einer besseren Anerkennungskultur von ehrenamtlichem Engagement und Interessenvertretungen junger Menschen. Jede Forderung wird mit konkreten Beispielen aus der Jugendverbandsarbeit unterstützt. Sie zeigen, welche wertvolle Arbeit bereits geleistet wird und wo es weiterer Förderung bedarf. Mit der Initiative „Jugend wählt Berlin“ möchte der Landesjugendring einen ressortübergreifenden Blick auf Kinder und Jugendliche in der Hauptstadt anstoßen und zu einem Perspektivwechsel in der Berliner Landespolitik beitragen.

Forderung des Monats April zum Thema Ehrenamt

Die erste Forderung des Monats widmet sich der Anerkennung ehrenamtlichen Engagements junger Menschen. „Berlin ist das einzige Bundesland, in dem es keine verbindliche Regelung für Sonderurlaub für junge Ehrenamtliche in der Jugendarbeit gibt“, sagt Tilmann Weickmann, Geschäftsführer des Landesjugendring Berlin. „Auch mangelt es an Anerkennung des Engagements in den Hochschulen; zum Beispiel durch die Anrechnung als Studienleistung oder mit Credit Points.“ Zudem bietet die Berliner Ehrenamtskarte zwar zahlreiche Vergünstigungen, diese gelten jedoch nicht für die 2.284 Jugendlichen, die die Jugendleiter_innen-Card „Juleica“ besitzen, für die sie eine qualifizierende Schulung belegt haben.

Das Land Berlin und die Hochschulen müssen für eine Anerkennungskultur von zivilgesellschaftlichem Engagement junger Berliner_innen sorgen. Das steigert nicht nur die Motivation für ehrenamtliches Engagement, sondern schafft auch langfristige und persönliche Vorteile.

Die gesammelten jugendpolitischen Forderungen sind auf der Kampagnenplattform www.jugend-wählt-berlin.de zu finden.

Quelle: Landesjugendring Berlin e.V. vom 15.04.2016.

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