Kinder- und Jugendpolitik / Flucht und Migration

Hamburg (inter)kulturell geöffnet? – Die Junge Islam Konferenz fand zum dritten Mal statt

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Bild: Ilja Koschembar

Die Junge Islam Konferenz (JIK) ging am vergangenem Wochenende in Hamburg in die dritte Runde. 40 junge Menschen aus Hamburg diskutierten während der Konferenz mit Expert*innen aus den Medien, den Behörden, der Wissenschaft und der Praxis, wie Interkulturalität verstanden und umgesetzt werden kann.

Das diesjährige Planspiel heißt "Glaubenssache?" und beschäftigt sich mit Fragen der Glaubens- und Meinungsfreiheit am Beispiel eines polarisierenden Theaterstücks. Die jungen Teilnehmenden gehen der Frage nach, wie Hamburger Institutionen den immer vielfältiger werdenden Bedürfnissen begegnen und wie eine interkulturelle Öffnung in den Augen junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gelingen kann.

Als Dialogplattform für junge Muslime und Nicht-Muslime mit und ohne Migrationshintergrund, greift die Junge Islam Konferenz Fragen zu einem konstruktiven und gleichberechtigen Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft auf. Ziel der Jungen Islam Konferenz ist es, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, die Debatte über Muslime und "den Islam" zu versachlichen und Vorurteile abzubauen sowie Handlungsempfehlungen für die Politik zu entwickeln, um sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft stark zu machen.

Senatorin Melanie Leonhard betont: "Miteinander reden und diskutieren ist die Voraussetzung dafür, Verständnis füreinander zu schaffen. Vorurteile baut man am besten dadurch ab, indem man im Gespräch bleibt. Ich freue mich, dass die Junge Islam Konferenz ihren Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts leistet und dadurch Ressentiments entgegenwirkt."

Politisch und interkulturell geht es auch im Hamburger Netzwerk der Jungen Islam Konferenz zu. Seit dem Start der ersten Jungen Islam Konferenz in Hamburg 2014, zählen zu diesem Netzwerk rund 80 junge engagierte Hamburger*innen, die in Form vielfältiger Aktionen, wie beispielsweise Poetry-Slams, Impulse aus den Konferenzen aufgreifen und weiterentwickeln.

Sally Mary Riedel, Projektkoordinatorin der Jungen Islam Konferenz − Hamburg, erklärt: "In einer kulturell, ethnisch und sozial vielfältigen Stadt wie Hamburg, ist es besonders wichtig, dass sich die Lebensrealitäten der Bevölkerung auch in öffentlichen Institutionen wiederspiegeln. Nur so ist eine Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben möglich. Die junge postmigrantische Generation, für die Diversität gelebte Realität ist, kann zu einem Öffnungsprozess viel beitragen. Ich erhoffe mir spannende Diskussionen und neue Betrachtungsweisen auf das Thema und bin gespannt, welche Impulse von den Teilnehmer*innen ausgehen."

Insgesamt nehmen dieses Jahr rund 160 junge Menschen aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Berlin an einer Jungen Islam Konferenz in einem der vier Bundesländer teil.

Über die Junge Islam Konferenz – Hamburg

Die Junge Islam Konferenz ist ein Dialogforum und Multiplikatorennetzwerk junger Menschen im Alter von 17 bis 23 Jahren. Die Junge Islam Konferenz – Hamburg ist ein Projekt der forum k&b gmbh und der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, gefördert durch die Stiftung Mercator. Als landesweites Forum bietet sie religiösen und nicht-religiösen jungen Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Teilnahme an gesellschaftlichen Debatten. Sie entsendet zudem Delegierte in die Bundeskonferenz der Jungen Islam Konferenz. Das Projekt wird durch die Forschungsgruppe JUNITED im Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet.

Über die Junge Islam Konferenz – Deutschland

Die Junge Islam Konferenz – Deutschland ist ein Projekt der forum k&b gmbh und der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die Stiftung Mercator und wurde 2011 ins Leben gerufen. 2013 fand die erste Länderkonferenz in Berlin statt, 2014 folgte Hamburg als zweites Bundesland und 2016 Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Das Netzwerk der Jungen Islam Konferenz besteht mittlerweile aus mehr als 350 jungen Engagierten. In den vergangenen Jahren haben sich die Teilnehmenden der Junge Islam Konferenz auf vielfältige Weise in den Diskurs um eine offene und plurale Gesellschaft eingebracht: sie trafen Politiker wie Joachim Gauck, sprachen mit politischen Entscheider*innen und Multiplikator*innen wie Sylvia Löhrmann (Vize-Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2015) und Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Torsten Albig, initiierten Kampagnen und veranstalteten Aktionen wie Poetry Slams und Plakataktionen. Die Junge Islam Konferenz wird durch die Forschungsgruppe JUNITED im Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen unter www.j-i-k.de

Quelle: Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) vom 18.01.2016

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