Kinder- und Jugendpolitik / Europa

Europäische Jugendpolitik: AGJ positioniert sich zur Fortführung der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa ab 2019

Jugendliche unterschiedlicher Herkunft mit aufeinander gestapelten Händen
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Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat in der Vergangenheit kontinuierlich Stellung zu den verschiedenen Meilensteinen des jugendpolitischen Engagements auf EU-Ebene und den sich entwickelnden Umsetzungsinstrumenten bezogen. Darauf basierend identifiziert das vorliegende Papier Gelingensbedingungen für eine Weiterentwicklung der EU-Jugendpolitik nach 2018.

Die aktuelle Phase der europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich nähert sich ihrem Ende – Zeit also, das bisher Erreichte zu reflektieren.

Europäische Zusammenarbeit sollte fortgeführt werden

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ ist überzeugt, dass sich die europäische Zusammenarbeit im Jugendbereich alswichtige Initiative zur Stärkung von Jugendarbeit, Jugendpolitik und Jugendhilfe in Europa erwiesen hat und auch über 2018 hinaus fortgeführt werden sollte. Gerade in Zeiten wachsender gemeinsamer Herausforderungen in der EU braucht es ein gemeinsames europäisches Verständnis von Lösungen und Zielen – auch bzw. insbesondere im Jugendbereich. Dieser Notwendigkeit sollte in der neuen Phase der jugendpolitischen Zusammenarbeit Rechnung getragen werden.

Dafür lassen sich folgende Empfehlungen identifizieren:

  • Mehrwert und Relevanz der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa noch stärker erfahrbar machen
  • Die jugendpolitischen Ziele der EU fokussieren
  • Balance von Verbindlichkeit und Flexibilität schaffen
  • Adressatenorientierung, Beteiligung und bottom-up-Ansatz sicherstellen
  • Information, fachlichen Austausch und Vernetzung weiter ausbauen
  • Ein solides finanzielles Fundament sicherstellen

Die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa fördert u.a. vielfältige Lernerfahrungen von jungen Menschen, Fachkräften und Entscheidern in Politik, Verwaltung und Praxis; sie ist aber selbst auch Ergebnis eines politischen Lernprozesses.

Nach sechs Jahren EU-Jugendstrategie kann eine positive Bilanz dieses Lernprozesses gezogen werden, trotzdem gibt es im Hinblick auf bestimmte Aspekte und Instrumente der europäischen Jugendpolitik noch Entwicklungspotential. Dieses Potential auszuschöpfen und die jugendpolitische Zusammenarbeit für die und mit den jungen Menschen Europas voranzubringen, sollte die Zielstellung der Reflexions- und Konzeptionsarbeit der kommenden zwei Jahre bis zum Ende der aktuellen Phase der EU-Jugendstrategie sein.

Die AGJ wird sich konstruktiv in diesen Prozess einbringen. Zentrale Voraussetzungen einer gelingenden Jugendpolitik in Europa nach 2018 sind:

  • Mehrwert und Relevanz: Die europäische Zusammenarbeit im Jugendbereich trägt zu einer stärkeren Sichtbarkeit der Belange von jungen Menschen in Europa bei und fördert den Austausch zwischen jugendpolitischen Akteuren. Diesen Mehrwert gilt es auch weiterhin erfahrbar zu machen. Allen voran im Hinblick auf die Themenfelder „grenzüberschreitende Mobilität“, „Förderung einer aktiven europäischen Bürgerschaft und des Engagements in und für Europa“, „Weiterentwicklung von youth work“, „Stärkung von Vielfalt und Bekämpfung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ sowie „Bewältigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen“ hat die EU einen klaren jugendpolitischen Auftrag, der in Zukunft stärker fokussiert werden sollte.
  • Kohärenz: Die jugendpolitischen Ziele sollten gegenüber beschäftigungs- und wirtschaftspolitischen Aspekten profiliert werden; Jugendpolitik sollte als Querschnittsthema erkennbar auch in andere EU-Politikfelder bzw. -strategien wirken.
  • Verbindlichkeit und Flexibilität: Auch für die Zeit nach 2018 sollte es eine, auf einen längeren Zeitraum angelegte Jugendstrategie geben. Zugleich sollte das Instrument der Arbeitspläne zielgerichteter genutzt werden, um auf mittelfristige politische Änderungen flexibel reagieren zu können.
  • Beteiligung: Der künftige Rahmen der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa sollte noch stärker an den Bedürfnissen der jungen Menschen und der jugendpolitischen Akteure vor Ort ausgerichtet werden. Insbesondere benachteiligte und beeinträchtigte junge Menschen sowie die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sollten als Zielgruppen vermehrt in den Blick genommen werden. Eine breite Beteiligung der unterschiedlichen politischen Ebenen und zivilgesellschaftlichen Akteure an der Konzeption und Umsetzung der künftigen EU-Jugendstrategie muss sichergestellt werden.
  • Wissen und Austausch: Die Informationspolitik über die EU-Jugendstrategie sollte europaweit verbessert, Peer-Learning und Jugendforschung ausgebaut werden.
  • Finanzielles Fundament: Eine gelingende europäische Zusammenarbeit im Jugendbereich braucht ein solides, passgerechtes finanzielles Fundament, welches durch Erasmus+ JUGEND IN AKTION, den Europäischen Sozialfonds und ggf. eigene konkrete Förderformate sichergestellt werden sollte.

>> Zum vollständigen Positionspapier "Fortführung der jugendpolitischen Zusammenarbeit in Europa ab 2019 – Zwingende Voraussetzungen einer gelingenden europäischen Jugendpolitik!" (PDF, 100 KB)

Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ

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