Kultur macht stark

Mit lokalem Engagement Bildungschancen nach der Pandemie nachhaltig verbessern

Bundesministerin Karliczek mit FFP2-Maske spricht mit einem Jungen über gemeinsam Gebasteltes.
Bild: BMBF/Hans-Joacim Rickel

Ein Projekt zur Leseförderung in Wuppertal zeigt, wie mit Mitteln des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ Kinder und Jugendliche, die von Risikolagen bedroht sind, in ihrer Bildung gefördert werden. Das Programm wird zusätzlich aus dem Coronaaufholprogramm des Bundes aufgestockt, um die Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche mit Angeboten noch in den Sommerferien abzumildern.

Fast ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland wächst aktuell in einer schwierigen sozialen Situation auf. Immer noch haben Kinder und Jugendliche aus Elternhäusern mit geringen bildungsrelevanten Ressourcen weniger Zugang zu außerschulischen kulturellen Bildungsangeboten. Das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ setzt dem bundesweit außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche entgegen, seit 2013 mit bis zu 50 Millionen Euro jährlich und nun mit zusätzlichen Coronamitteln.

Bundesministerin Karliczek (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF): „Kinder und Jugendliche, deren Chancen auf Bildung und persönliche Entwicklung durch die Pandemie stark beeinträchtigt waren, brauchen unsere Unterstützung. Dazu leistet auch unser erfolgreiches BMBF-Programm ‚Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung‘ einen Beitrag, und zwar insbesondere für Kinder und Jugendliche, die ansonsten kaum Zugang zu außerschulischen Aktivitäten haben. [...] Um Lernrückstände aufzuholen und die persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen nach den Einschränkungen zu fördern, hat der Bund das Aktionsprogramm ‚Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche‘ für 2021 und 2022 ins Leben gerufen. Auch ‚Kultur macht stark‘ erhält daraus zusätzliches Geld. Viele Bündnispartner von ‚Kultur macht stark‘ haben kurzfristig bereits für die Schulferien ihr Angebot erweitert und machen tolle Projekte. Leseförderung ist dabei enorm wichtig.“

Neuer Leseclub in Wuppertal

Im neu gegründeten Leseclub SKF e. V. Bergisch Land Wuppertal, ein Projekt der Stiftung Lesen, gefördert durch das BMBF-Förderprogramm „Kultur macht stark“, steht die Vermittlung von Lesemotivation an erster Stelle. Kinder von sechs bis zwölf Jahren erhalten hier niedrigschwellige Angebote und erfahren, wie vielfältig und aktiv Lesen sein kann. Ermöglicht werden diese Erfahrungen durch die Bündnispartner vor Ort, den Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Bergisch Land und den CVJM Heckinghausen e. V., die die Leseclubs mit großem Engagement organisieren und ehrenamtlich leiten. Gefördert durch „Kultur macht stark“ unterstützt die Stiftung Lesen die lokalen Partner durch die Ausstattung mit Büchern und Technik sowie mit Weiterbildungen für die ehrenamtlichen Lesepatinnen und Lesepaten.

Die Bundesministerin lobt die Zusammenarbeit: „Die Stiftung Lesen hat mit den Leseclubs wirklich ein sehr schönes Konzept. Lesen ist eine Basiskompetenz, die jeder Mensch für den Zugang zur Welt und zur vollen Teilhabe an unserer Gesellschaft braucht. Lesen vermittelt Wissen, bildet auch die Persönlichkeit, Lesen öffnet Augen und Herz. ‚Kultur macht stark‘ lebt davon, dass sich Vereine, Bildungs- und Kultureinrichtungen zu lokalen Bündnissen zusammenfinden und passende Angebote vor Ort schaffen. Und dass engagierte Menschen, oft ehrenamtlich, die Projekte durchführen. Der Leseclub Wuppertal ist dafür ein gutes Beispiel.“

Dazu erklärt Sabine Uehlein (Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen): „Lesekompetenz ist die Basis für Bildung und eröffnet neue Perspektiven. In über 450 Bündnissen für Bildung in „Kultur macht stark“ leisten die Leseclubs und media.labs der Stiftung Lesen jede Woche einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Besonders während der Coronapandemie haben unsere Bündnisse erstaunliche Resilienz und Kreativität bewiesen und den Kontakt zu ihrer Zielgruppe gehalten. Das zeigt, wie krisenfest und zukunftsträchtig das Projekt „Mit Freu(n)den lesen“ ist. Die Coronazeit hat uns daher nur in unserer Zielsetzung bestärkt, in allen Kommunen Leseclubs und media.labs zu etablieren, um Kindern und Jugendlichen von überall einen niedrigschwelligen Zugang zum Lesen zu ermöglichen.“

Das Programm „Kultur macht stark“

Die Angebote des Programms richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren, die von Risikolagen betroffen sind. Sie werden vor Ort von Bündnissen für Bildung umgesetzt. Die Angebote ermöglichen in besonderem Maße gesellschaftliche Teilhabe und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. „Kultur macht stark“ wird von 2023 bis 2027 in einer dritten Förderphase fortgesetzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dafür insgesamt bis zu 250 Millionen Euro in Aussicht.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:  ‚Kultur macht stark‘ bewegt einiges: Über eine Million Kinder und Jugendliche haben seit 2013 in ganz Deutschland an über 33.000 Projekten teilgenommen. Mit jährlich bis zu 50 Millionen Euro fördern wir spannende außerschulische Angebote, Ausstellungsbesuche, Theaterworkshops, Leseclubs und vieles mehr.“

Stiftung Lesen

Die Stiftung Lesen arbeitet dafür, dass Lesen Teil jeder Kindheit und Jugend wird. Denn Lesefreude und Lesekompetenz sind wichtige Voraussetzungen für die persönliche Entwicklung und ein erfolgreiches Leben. Als operative Stiftung führt sie in enger Zusammenarbeit mit Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen breitenwirksame Programme sowie Forschungs- und Modellprojekte durch. Dazu zählen der „Bundesweite Vorlesetag“, der „Welttag des Buches“ und „Lesestart 1-2-3“, ein bundesweites frühkindliches Leseförderprogramm, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Die Stiftung Lesen steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von zahlreichen prominenten Lesebotschaftern unterstützt.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 09.08.2021

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