Schleswig-Holstein

Landesregierung verankert „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Kinder neben einem Globus halten Natur und Recycling Symbole in die Luft
Bild: rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain eigene Arbeiten

Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat am 27. August 2021 die Strategie zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) vorgestellt, die das Kabinett bereits im Sommer beschlossen hat. Die Landesregierung steckt damit nun erstmals einen gemeinsamen Rahmen für die unterschiedlichen Aktivitäten des Landes ab.

Kindergartenkinder hinterfragen den Inhalt ihrer Brotboxen, Schüler/-innen erforschen den Lebenszyklus ihres Handys, die Volkshochschulen informieren zum aktiven nachhaltigen Handeln – schon heute spielt nachhaltige Entwicklung in Schleswig-Holstein in vielen Lebensbereichen eine immer größere Rolle.

 „Probleme erkennen, eigenständig lösen und damit nachhaltige Entwicklung fördern – das ist die Idee der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie ist ein übergreifendes Lehr- und Lernkonzept, das Schlüsselkompetenzen vermittelt und dazu beiträgt, dass unser Leben auch morgen noch lebenswert ist.“, so Umweltminister Jan Philipp Albrecht.

Die Landesstrategie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist nicht nur als verwaltungsinterner Leitfaden konzipiert, sondern kann in allen Bildungseinrichtungen und Lernorten Schleswig-Holsteins wirken. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) kann definiert werden als ein auf Ganzheitlichkeit und Transformation ausgerichtetes pädagogisches Lehr- und Lernkonzept. Zusammengefasst sollen Menschen in die Lage versetzt werden, sich im Rahmen ihrer täglichen Entscheidungen, entlang spezifischer Handlungskompetenzen orientierend, zu einem holistisch handelnden Weltbürger zu entwickeln. BNE ist somit nicht als (Nachhaltigkeits-)Thema zu verstehen, sondern als Lehr- und Lernkonzept. Die dabei in den einzelnen Bildungsinstitutionen jeweils angewandten Methoden sollen die wesentlichen BNE-Kompetenzen vermitteln aber auch spezifische Schlüsselkompetenzen einbeziehen.

Hintergrund

Bereits seit Beginn der UN-Dekade BNE im Jahr 2005 arbeitet Schleswig-Holstein an verschiedenen Stellen an der Implementierung und Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Begonnen hat dies mit der Zertifizierung „Norddeutsch und Nachhaltig“ für außerschulische Lernorte mit mittlerweile mehr als 60 Lernorten, die für ihre hohe Qualität ausgezeichnet worden sind.

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen umzusetzen und ihre Politik an der Agenda 2030 zu orientieren. Dazu wurden und werden diverse Initiativen auf den Weg gebracht: vom Nachhaltigkeitsbericht bis zur Strategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung. In der Landesregierung hat das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung mit seiner Zuständigkeit für die Zertifizierung außerschulischer Lernorte die Federführung übernommen, die Zuständigkeit für die fachliche Bearbeitung der jeweiligen Bildungsbereiche blieb in den Ministerien für Kita, Schule, Wissenschaft, Berufsbildung und Weiterbildung. Für alle Mitarbeiter/-innen des Landes werden die Inhalte der BNE-Strategie Teil ihrer Aus- und Fortbildungsangebote sein.

Für den Prozess der Erarbeitung der Strategie war neben den jeweiligen Ministerien auch die Beteiligung einer breiten öffentlichen Gruppe von Stakeholdern erforderlich und gewünscht. Durch Workshops im Herbst 2019 und Frühjahr 2020 sowie eine gut sechswöchige Online-Konsultationsphase mit Beginn Ende 2020 wurde die Zivilgesellschaft an der Strategie-Entwicklung beteiligt. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Beteiligungsformate erarbeiteten die beteiligten Ministerien eine umfassende Landesstrategie BNE, die bereits am 1. Juni 2021 von der Landesregierung beschlossen wurde.

Weiterführende Informationen

Die Landesregierung stellt auf ihrer Website neben weiteren Informationen sowohl die Landesstrategie BNE als auch die Dokumentationen über den 1. Workshop im Oktober 2019 sowie den 2. Workshop im März 2020 zur Verfügung.

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein vom 27.08.2021

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