Bildungspolitik / Kindertagesbetreuung

GEW: "Bundesregierung muss mehr für Fachkräfte tun!"

Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bundesregierung gemahnt, mehr für die Fachkräfte zu tun. "Dafür muss die Regierung vor allem in Bildung und Bildungseinrichtungen investieren - statt sich klammheimlich vom Sieben-Prozent-Ziel für Bildungsausgaben zu verabschieden", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne mit Blick auf den heutigen "Fachkräfte-Gipfel" in Meseberg.

"Wer Beschäftigte länger gesund im Erwerbsleben halten, die Erwerbsquote von Frauen und die Zahl der Akademiker erhöhen oder gering qualifizierten Beschäftigten neue Perspektiven bieten will, muss die Bedingungen in Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessern. Menschen mit Migrationshintergrund müssen durch das Bildungssystem besser unterstützt und gefördert werden", sagte Thöne.

Der  GEW-Vorsitzende warnte vor einem massiven Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung: "Ohne gut qualifizierte Erzieherinnen steht das Krippenprogramm auf der Kippe. Allein in der Kinderbetreuung ist zu befürchten, dass bis 2013 fast 30.000 Stellen nicht besetzt werden können. Bis 2025 brauchen wir in diesem Bereich weitere 240.000 Menschen. Diese werden nur gewonnen, wenn die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in der frühkindlichen Bildung deutlich verbessert werden." Der GEW-Vorsitzende wies darauf hin, dass in der schulischen Bildung eine Qualitätsoffensive notwendig sei: "Die sinkenden Schülerzahlen bieten uns die einmalige Chance, Ganztagsangebote und inklusive Schulen auszubauen. Dafür müssen die Lehrerstellen im System bleiben und künftig im Verhältnis mehr junge Menschen eines Altersjahrgangs als bisher für die Arbeit in der Schule begeistert werden."

Bis 2015 müssten an den Hochschulen bis zu 30.000 Beschäftigte im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich, davon gut 16.000 Professoren, eingestellt werden - allein um den Status quo der Betreuungsrelation von Lehrenden und Studierenden zu halten. "Da wir aber immer mehr Akademiker brauchen, sind die Hochschulen gut beraten, mehr Lehrende einzustellen und dem wissenschaftlichen Nachwuchs gute, sichere Beschäftigungsverhältnisse sowie Karriere-Perspektiven anzubieten", unterstrich Thöne. Zudem müsse der Weiterbildungsbereich endlich finanziell besser ausgestattet werden. "Sonst bleibt das hohe Lied vom lebensbegleitenden Lernen eine hohle Phrase. Kürzungen öffentlich geförderter Qualifizierungsmaßnahmen, wie sie der Bundesagentur für Arbeit drohen, weisen in die falsche Richtung. Sie werden auf unseren Widerstand stoßen", sagte der GEW-Vorsitzende. "Für jeden Euro, den der Staat jetzt in die Bildung investiert, nimmt er später zwei über mehr Steuereinnahmen ein und spart vier für Sozialausgaben."

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

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