Bildungspolitik / Jugendsozialarbeit

Fit für den Beruf in Sachsen: Gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr für Schüler ohne Abschluss

Seit 2008 werden an 15 Beruflichen Schulzentren zwei Projekte zum Berufsvorbereitungsjahr als Schulversuch durchgeführt. „Ziel ist es, dass Jugendliche ohne Hauptschulabschluss die Ausbildungsreife erlangen“, erklärte Kultusministerin Brunhild Kurth. Nach Abschluss des Schulversuches wird dieser Bildungsgang ab dem Schuljahr 2013/14 fester Bestandteil in der Berufsvorbereitung von Jugendlichen.

Die Erprobung der zwei Varianten des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) ist für Haupt- und Lernförderschüler, die zum Lernen mehr Zeit und mehr Begleitung benötigen. „Bei uns zählt jeder Schüler. Wir müssen lernschwächeren Jugendlichen die bestmögliche Unterstützung anbieten, damit ihre Leistungsbereitschaft steigt und sie einen guten Einstieg ins Arbeitsleben finden. Wir können es uns nicht leisten, potentielle Fachkräfte zu verlieren“, betonte Kurth.

Gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr in kooperativer Form (KBVJ)

Die erste Variante, das Gestreckte Berufsvorbereitungsjahr in kooperativer Form (KBVJ), richtet sich an Schüler der Schule zur Lernförderung. Bereits in der 9. Klasse lernen die Jugendlichen an einem Tag pro Woche in einem Beruflichen Schulzentrum (BSZ). Dort erfahren sie in praktischen Übungen mehr über die angebotenen Berufsbereiche. Sie erhalten ergänzende Unterrichtsangebote, zum Beispiel in Deutsch und Mathematik, um die Anforderungen des anschließenden Berufsvorbereitungsjahres zu bewältigen und den Hauptschulabschluss zu erwerben. Während der insgesamt zweijährigen Schulzeit gibt es feste Lerngruppen, die durch regionale Lehrerteams bestehend aus Förderschullehrern, Berufsschullehrern und Sozialpädagogen begleitet werden. Dadurch wird der Übergang in die neue Lebensphase für diese Schüler optimal gestaltet. An diesem Projekt sind fünf BSZ aus Leipzig, Dresden, Kamenz und Wurzen beteiligt.

Gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr (GBVJ)

In der zweiten Variante, dem Gestreckten Berufsvorbereitungsjahr (GBVJ) als Vollzeitmaßnahme, entwickeln und erproben zehn Berufliche Schulzentren der Regionen Leipzig, Dresden, Zwickau und Bautzen ein zweijähriges, praxisorientiertes Berufsvorbereitungsjahr. Jugendliche ohne Schulabschluss können dort den Hauptschulabschluss erwerben. Grundlage für die Ausbildung bildet die Stundentafel des einjährigen Berufsvorbereitungsjahres. Durch die Erhöhung des Stundenanteils mit Wahlpflichtcharakter von 80 auf 560, die Durchführung eines intensiven Betriebspraktikums sowie die Einführung von Arbeitstagen im Betrieb wird die Schulzeit auf zwei Jahre gestreckt. Dadurch erhalten die Jugendlichen ausreichend Zeit, um sich auf einen erfolgreichen Abschluss vorzubereiten und betriebliche Erfahrungen über einen längeren Zeitraum zu sammeln. Neben den verpflichtenden schulischen und praktischen Inhalten werden den Jugendlichen auch Angebote wie zum Beispiel Antiaggressionstraining, Suchtprävention und kreativ-künstlerische Kurse unterbreitet.

Weitere Informationen und Materialien zum Schulversuch: www.bildung.sachsen.de/11616.htm

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus vom 08.08.2012

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