Kindertagesbetreuung / Kindheitsforschung

Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung erhält neue Struktur

Kindergartenkind mit Fernrohr
Bild: Mats Eriksson   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – keine Bearbeitung CC BY-NC-ND 3.0

Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) plant Anpassungen in der Organisationsstruktur des Niedersächsischen Instituts für Frühkindliche Bildung e.V. (nifbe), um den Organisations- und Kommunikationsaufwand zu verringern. In einer Stellungnahme erklärte nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer "mit großer Sorge und großem Unverständnis" aufgenommen.

"Die Landesregierung wird die erfolgreiche Arbeit für die frühkindliche Bildung und Entwicklung weiterentwickeln. Dazu werden die Strukturen des nifbe optimiert. Die Kernmarke nifbe bleibt erhalten, Forschung und Vermittlung werden gestärkt. Die Forschungsförderung wird zukünftig auf alle einschlägigen Lehrstühle in Niedersachsen ausgedehnt", sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. "Mit der klaren Unterteilung in die Bereiche Forschung und Praxis folgen wir einer Empfehlung der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen. So werden die Organisation und Koordination des nifbe verbessert. Unser Ziel ist es, nachhaltige und bedarfsorientierte Strukturen zu schaffen."

Die Wissenschaftliche Kommission des Landes Niedersachsen (WKN) hat in einer aktuellen Evaluation die gute Arbeit des nifbe in den Bereichen Forschung und Praxistransfer herausgestellt, aber Änderungen der komplexen Organisationsstruktur angemahnt. Um dies zu erreichen, sollen zukünftig die an der Universität angesiedelten Professorenstellen und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als ein Institut in der Universität Osnabrück zusammengeführt werden. Darüber hinaus ist geplant, zusätzlich geförderte Forschungsprojekte in wettbewerblichen Verfahren auszuwählen, die damit potenziell allen niedersächsischen Hochschulstandorten mit früh- und kindheitspädagogischen Studienschwerpunkten offen stehen. In der Fläche wird es weiterhin, in gleichem Umfang wie bisher, hochwertige Qualifizierungsangebote geben. Die regionalen Netzwerke werden durch eine Konferenz der frühkindlichen Bildung und Entwicklung ersetzt. Es wird auch zukünftig eine Geschäftsstelle geben, die den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis koordiniert.

Am vergangenen Samstag (06.06.2015) hatte sich Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer, besorgt zur Zukunft des nifbe geäußert: "Mit großer Sorge und großem Unverständnis haben wir die Nachricht von der drohenden Zerschlagung der nifbe-Regionalnetzwerke und damit von der Zerschlagung der innovativen nifbe-Gesamtkonzeption aufgenommen." Die geäußerte Kritik der Wissenschaftlichen Kommission an der zu komplexen und mit einem hohen Koordinations- und Kommunikationsaufwand verbundenen Organisationsstruktur des nifbe habe man ernstgenommen und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur "schon vor Monaten" den Vorschlag eines gestrafften Organisationsmodells vorgelegt.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur vom 08.06.2015 / nifbe - Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung vom 06.06.2015.

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