Kindertagesbetreuung / Kindheitsforschung

Kindergarten plus: erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation

Kindergarten plus ein Bildungs- und Präventionsprogramm der Deutschen Liga für das Kind. Das Programm wendet sich an vier- bis fünfjährige Kinder in Kindertageseinrichtungen.

Logo des Programms Kindergarten plus/Copyright Deutsche Liga für das Kind

Copyright: Deutsche Liga für das Kind

„Die Durchführung des Programms im Kindergartenalltag erweist sich mithin als eine sinnvolle und nützliche Möglichkeit, Kinder bereits in jungen Jahren in der Entwicklung ihrer sozialen und emotionalen Kompetenzen zu unterstützen“, lautet die zentrale Schlussfolgerung des Zwischenberichts über die Ergebnisse der ersten beiden Messzeitpunkte der Evaluationsstudie zum Programm Kindergarten plus, der im Juli 2010 veröffentlicht wurde.

Besonders auffallend ist, dass sich die sozialen Kompetenzen der an dem Programm teilnehmenden Kinder signifikant verbessert haben. Die Verbesserungen zeigen sich in einer Zunahme ihres prosozialen Verhaltens, in einer Abnahme ihrer sozialen Impulsivität sowie in einer tendenziellen Abnahme der Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen. Die emotionalen Kompetenzen der Kinder verbesserten sich ebenfalls signifikant im Hinblick auf die Abnahme ihrer externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten.

In dem Bericht heißt es hierzu: „In der vorliegenden Evaluationsstudie wurde dargelegt, dass das Präventionsprogramm Kindergarten plus das Problemverhalten der Kinder verringern und prosoziales Verhalten fördern kann. Die externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten, wozu Wutanfälle, mangelnde Folgsamkeit, Lügen und Stehlen gehören, nahmen signifikant ab. Zusätzlich konnte bei den Kindern der Interventionsgruppe eine signifikante Zunahme prosozialen Verhaltens beobachtet werden. Sie waren nach Einschätzung ihrer Erzieherinnen rücksichtsvoller, teilten häufiger mit anderen Kindern und waren hilfsbereiter. Zudem verringerte sich die soziale Impulsivität der Kinder (z. B. Nicht-Respektieren von Grenzen anderer Menschen) aus der Interventionsgruppe signifikant, während bei der Kontrollgruppe eine leichte Zunahme der sozialen Impulsivität zu beobachten war.“

Verglichen wurden 322 vier- bis sechsjährige Kinder aus der Interventionsgruppe (Teilnahme an Kindergarten plus) mit 257 Kindern der Kontrollgruppe, die an keinem Programm teilnahmen. Die Untersuchungen zu zwei Messzeitpunkten (vor Beginn und nach Ende des Programms) wurden im Frühjahr und Sommer 2009 in niedersächsischen Kindertageseinrichtungen durchgeführt. Die Daten des dritten Messzeitpunkts (Frühjahr 2010) konnten in dem Zwischenbericht noch nicht berücksichtigt werden. Sämtliche Ergebnisse werden zusammen mit dem Abschlussbericht 2011 veröffentlicht.
Die wissenschaftliche Evaluation von Kindergarten plus wird von einer Forschungsgruppe am Psychologischen Institut der Leuphana Universität Lüneburg unter Leitung von Prof. Dr. Maria von Salisch durchgeführt. Das auf insgesamt drei Jahre angelegte Projekt ist Teil des Forschungsverbunds „Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen“ und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der Deutschen Liga für das Kind finanziert.

Informationen unter www.kindergartenplus.de

Quelle: Deutsche Liga für das Kind

 

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