Kindertagesbetreuung / Ganztagsbildung

Erfolgreiche Erprobungsphase des Projektes „Schulreifes Kind“

„Das Projekt 'Schulreifes Kind' stärkt Kinder mit erhöhtem Förderbedarf frühzeitig im Kindergarten und erleichtert den Übergang in die Grundschule.

Durch enge Kooperationen zwischen Kindergärten und Grundschulen können die Kinder intensiv gefördert, ihr Selbstbewusstsein gestärkt und Ängste abgebaut werden. Die sehr positiven Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und die somit erfolgreiche Erprobungsphase des Projektes geht nicht zuletzt auch auf das große Engagement der Erzieherinnen, Erzieher und beteiligten Lehrkräfte zurück, denen ich herzlich danken möchte", sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Marion Schick anlässlich des Kongresses „Schulreifes Kind“ am vergangenen Freitag in der Liederhalle in Stuttgart. Im Rahmen der eintägigen Veranstaltung wurden vor rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung vorgestellt.

Durch intensive Kooperationen zwischen Kindergärten und Grundschule gelingt es, Entwicklungsrisiken und Entwicklungsrückstände sichtbar zu machen und die Kinder daraufhin systematisch individuell zu fördern. Die Kooperationen setzen dort an, wo über die Zielsetzung des Orientierungsplans hinaus Förderbedarf besteht, um diesen Kindern eine gute Basis für einen erfolgreichen Start in die Schule zu ermöglichen. Das Projekt „Schulreifes Kind“ wird derzeit an 245 Standorten mit verschiedenen Modelltypen an insgesamt 857 Einrichtungen (davon 592 Kindergärten und 265 Grundschulen) erprobt. Seit Beginn des Projekts im Herbst 2006 wurden über 10.000 Kinder gefördert.

Die Fördermodelle und der Förderumfang orientieren sich am Förderbedarf der Kinder und an den vor Ort bereits vorhandenen Förderstrukturen. Größtmögliche Variabilität und Flexibilität für die Modelle mit ihren verschiedenen Ausprägungen ist deshalb die Devise für die Förderung vor Ort. Je nach Modelltyp variiert die Förderung der Kinder in Umfang, Ort und durchführender pädagogischer Fachkraft. 

Stärkung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Im Sinne einer starken Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Elternhaus, Kindergarten und Schule ist das zentrale Element des Projektes der Runde Tisch. Auf Grundlage der Einschulungsuntersuchungen und den Erfahrungen des Kindergartens werden Eltern über den Förderbedarf des Kindes im Rahmen eines Runden Tisches eingehend beraten. Erzieherinnen, Erzieher, Schule, Eltern und bei Bedarf auch das Gesundheitsamt legen gemeinsam individuelle Fördermaßnahmen fest, die in der Regel im letzten Kindergartenjahr umgesetzt werden. Das Spektrum der Fördermaßnahmen reicht von der Sprachförderung über die Förderung mathematischer Basiskompetenzen bis hin zur Schulung der Feinmotorik und der Konzentration.

„Es ist mir ein großes Anliegen, dass unsere Kinder gute Startvoraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie und ein selbst bestimmtes Leben haben. Deshalb setzt die Landesregierung einen sehr deutlichen Akzent im Bereich der frühkindlichen Bildung. Wir müssen früh investieren statt spät reparieren“, sagte die Ministerin. Zum kommenden Herbst hat die Kultusministerin bereits ein Gesamtkonzept zur frühkindlichen Bildung angekündigt, das die Erfahrungen der Praxis und die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitungen der bereits bestehenden Projekte im frühkindlichen Bereich („Schulreifes Kind“, „Bildungshaus 3-10“, „Schulanfang auf neuen Wegen“, Sprachförderung, Orientierungsplan) aufgreift und die bestehenden Strukturen intelligent und miteinander verzahnt.

Wissenschaftliche Begleitung

Seit 2007 wird das Projekt „Schulreifes Kind“ durch ein Team von Wissenschaftlern um Prof. Marcus Hasselhorn (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt), Prof. Wolfgang Schneider (Universität Würzburg) und Prof. Hermann Schöler (Pädagogische Hochschule, Heidelberg) begleitet. Die wichtigste Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung ist eine Bestandsaufnahme der Wirkungen der Fördermodelle an den einzelnen Modellstandorten. „Noch wissen wir nicht, wie nachhaltig die positiven Wirkungen für die geförderten Kinder sind“, betonte Professor Hasselhorn. „Die positive Bilanz der Wirkungen der zusätzlichen Förderung im Rahmen des Projektes „Schulreifes Kindes“ geben jedoch Anlass zu der Hoffnung, dass sich die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Bewältigen des Schulanfangsunterrichts gerade für die Zielgruppe von Kindern mit besonderem Förderbedarf deutlich erhöht.“, sagte Prof. Marcus Hasselhorn. 

Diskussion „Kinder gut begleiten: Vom Kindergarten in die Grundschule“

Am Nachmittag diskutierte Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL mit Expertinnen und Experten zum Thema „Kinder gut begleiten: Vom Kindergarten in die Grundschule“. „In Kindergarten und Grundschule werden die Weichen für eine erfolgreiche Schullaufbahn gestellt. Wir wollen deshalb beide Einrichtungen eng miteinander verzahnen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist das Konzept ‚ÄòSchulreifes Kind“. Kinder mit Entwicklungsdefiziten erhalten am Übergang zur Grundschule eine besondere Förderung. Unser Ziel ist es, dass allen Kindern ein guter Start in die Grundschule gelingt“, sagte Wacker. 

Neben einem Vortrag von Prof. Hasselhorn unter dem Titel „Kinder früh kompetent machen“ hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, sich bei einem Rundgang durch die Ausstellung, zahlreichen Projektpräsentationen der verschiedenen Modellstandorte zu informieren und auszutauschen.

ik

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