Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Diakonie kritisiert Zugangsbarrieren zu frühkindlicher Bildung

Kleines Mädchen hinter Zaun

Nach Ansicht der Diakonie stellt der gestern vom Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend veröffentlichte Familienreport 2011 beschämende Ergebnisse zur Teilhabe benachteiligter Kinder an frühkindlicher Bildung vor. Demnach besuchen Kinder von Geringverdienern nur halb so häufig Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren wie Kinder von Eltern mit hohem Einkommen.

"Es ist bekannt, dass die frühe Förderung von Kindern Auswirkungen auf die zukünftigen Bildungschancen hat. Daher müssen jetzt Strategien entwickelt werden, die Familien mit geringen Einkommen und ohne Erwerbseinkommen den Zugang zu qualitätsvollen Betreuungsangeboten erleichtern", erklärt Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand des Diakonischen Werkes der EKD. "Die Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr nicht in eine Kindertagesstätte geben, halten wir nicht nur in Anbetracht dieser Ergebnisse für kontraproduktiv."

"Die Ergebnisse des Familienreports 2011 machen sehr deutlich, dass der Ausbau der Plätze für Kinder unter drei Jahren dringend notwendig ist und nicht an finanziellen Hürden scheitern darf. Gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien brauchen früh ein Angebot, das ihnen bessere Chancen auf Bildung sichert", sagt Loheide.

Im Sinne einer "Option für die Armen" setzt sich die Diakonie für die Senkung von Zugangsbarrieren ein. Sie fordert dazu auf, den nach wie vor dominierenden Zusammenhang von sozialer Herkunft, Armut und Bildungserfolg aufzulösen.

Der Familienbericht 2011 ergab, dass 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren, deren Eltern 130 Prozent oder mehr des Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben, eine Tageseinrichtung besuchen. In Familien mit nur 70 Prozent oder weniger des Durchschnittseinkommens, ist der Anteil mit 18 Prozent etwa halb so hoch.

Quelle: Diakonisches Werk der EKD e.V.

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