Kindertagesbetreuung / Ganztagsbildung

Auch Schulkinder brauchen gute Ganztagsbetreuung

rennende Kinder
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Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. verabschiedet Empfehlungen für eine verbesserte Ganztagsbetreuung für Schulkinder.

In den letzten Jahren stand vor allem der Ausbau der Angebote für Kinder unter drei Jahren sowie deren qualitative Ausgestaltung im Vordergrund. Mit seinen kürzlich verabschiedeten Empfehlungen lenkt der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. den Blick auf die Ganztagesbetreuung für Kinder im schulpflichtigen Alter. Die Unterstützungsangebote, die außerhalb der Unterrichtszeiten, je nach örtlicher Situation in den Verantwortungsbereichen der Kinder- und Jugendhilfe oder der Schule vorhanden sind, müssen nach Auffassung des Deutschen Vereins stärker am Wohlergehen der Kinderausgerichtet sein.

Balance zwischen Fürsorge und Eigenverantwortung finden

Vor allem müssen die beiden "Systeme" Schule und Kinder- und Jugendhilfe stärker zusammengedacht werden und stärker zusammenarbeiten. Eine zentrale Herausforderung besteht hierbei in der Balance zwischen Aufsicht, Erziehung, Bildung, Betreuung und Fürsorge einerseits und dem alters- und entwicklungsabhängigen Bedürfnis nach Selbstbestimmung, Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit andererseits.

"Die bisherigen Verschiebebahnhöfe zwischen Schule und Kinder- und Jugendhilfe nützen Keinem. Auch brauchen wir ausreichendes und gut qualifiziertes, pädagogisches Personal", so Landrat Johannes Fuchs, Präsident des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Lastenverteilung zwischen den staatlichen Ebenen verbessern

Angebote müssen für die Eltern bezahlbar sein. Gebühren oder Beiträge dürfen keine Zugangshürden sein. Damit sich soziale Ungleichheiten nicht verfestigen, müssen neue Finanzierungsmodelle entwickelt werden. Die unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort sind zu berücksichtigen. Der Deutsche Verein hält es zudem für dringend erforderlich, dass es zu einer neuen, besseren Lastenverteilung zwischen den staatlichen Ebenen Bund, Länder und Kommunen kommt.

Die ausführlichen Empfehlungen stehen als PDF-Datei (213 KB) zum Download zur Verfügung.

Hintergrundinformation

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der sozialen Arbeit und der Sozialpolitik. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation. Der Deutsche Verein wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Quelle: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. vom 25.03.2015

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