Jugendsozialarbeit / Bildungspolitik

DIHK-Umfrage: Betriebe wollen 40.000 Lehrstellen mehr anbieten

"2011 wird sich der Ausbildungsmarkt positiv entwickeln": Auf diesen Nenner brachte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Ergebnisse der DIHK-Ausbildungsumfrage 2011.

"Die Unternehmen im Bereich von Industrie, Handel und Dienstleistungen wollen in diesem Jahr rund 40.000 Ausbildungsplätze mehr anbieten", sagte Wansleben, als er heute in Berlin die Umfrageergebnisse vorstellte. Hauptursachen für den Zuwachs seien die gute Konjunktur und der steigende Fachkräftebedarf.

"Das bedeutet: Die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz sind glänzend", so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Das gilt, obwohl die Wehrpflicht ausgesetzt ist und infolge doppelter Abiturjahrgänge in Niedersachsen und Bayern in diesem Jahr knapp 20.000 mehr Jugendliche als im Vorjahr auf den Ausbildungsmarkt kommen."

Gleichzeitig sinke aber die Zahl der Altbewerber. "Wir gehen unter dem Strich im IHK-Bereich von einem Plus an Ausbildungsverträgen von fünf Prozent aus", sagte Wansleben. Das gelinge allerdings nur, wenn mehr lernschwächere Jugendliche in betriebliche Ausbildung integriert würden und mehr leistungsstarke Jugendliche für die betriebliche Ausbildung gewonnen werden könnten. "Denn zur Realität auf dem Ausbildungsmarkt gehört auch 2011, dass nach wie vor zu viele Jugendliche nicht ausbildungsreif sind." Die Hoffnung der Wirtschaft auf eine bessere Ausbildungsreife der Schulabgänger erfülle sich offensichtlich nicht. Zwar seien die Unternehmen im Durchschnitt zufriedener mit den Mathematik- und Deutschkenntnissen der Schulabgänger. Die Industrie allerdings weise ihrerseits auf mangelnde Mathematikfähigkeiten hin. Hier seien die Unternehmen am stärksten auf technischen Nachwuchs angewiesen.

Zunehmend Sorge, so Wannsleben, bereiten in allen Branchen die sozialen Kompetenzen. Die Unzufriedenheit mit der Leistungsbereitschaft, der Belastbarkeit und der Disziplin mancher Schulabgänger steige seit 2006 kontinuierlich an. Fast die Hälfte der Unternehmen sehe darin Grund zur Klage. "Damit werden Erziehungsdefizite zum Ausbildungsproblem", sagte Wannsleben.

Umso bemerkenswerter sei, dass "nahezu 70 Prozent der Betriebe inzwischen nicht mehr ausschließen, neue Ausbildungsplätze auch mit lernschwächeren Jugendlichen zu besetzen". Wie schon im vergangenen Jahr griffen die Unternehmen verstärkt zur Selbsthilfe. So sei der Anteil der Betriebe, die Nachhilfe anbieten, auf 56 Prozent leicht angestiegen. Ein Drittel der Betriebe nutze zudem ausbildungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagenturen.

Eine stark wachsende Zahl von Unternehmen lege besonderen Wert auf soziale Kompetenzen, gerade wenn die Jugendlichen Lernschwächen mitbrächten. Ihr Anteil sei von 21 Prozent auf 38 Prozent gestiegen. Wannsleben bezeichnete das als weiteres Zeichen dafür, dass persönliche und soziale Kompetenzen von Ausbildungsbewerbern oftmals nicht ausreichen. Ein Viertel der Unternehmen wünsche sich über Schulzeugnisse hinaus bessere Informationen über die Potenziale der lernschwächeren Jugendlichen. Das würde ihnen helfen, den Förderbedarf und den entsprechenden Aufwand in der Ausbildung besser einzuschätzen.

Mehr Informationen unter: http://de.sitestat.com/hk/dihk/s?presse.meldungen.2011-04-11-ausbildungsumfrage.ausbildungsumfrage_11.pdf&ns_type=pdf&ns_url=http://www.dihk.de/ressourcen/downloads/ausbildungsumfrage_11.pdf/at_download/file?mdate=1302511693437

Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag

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