Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

Online-Games: Damit aus Spielvergnügen kein Spielverderben wird

Junge mit Kopfhörern sitzt vor einem Bildschirm und spielt ein Computerspiel
Bild: Tomasz Mikolajczyk, CCO

Online-Games gehören ganz selbstverständlich zum Medienalltag von Heranwachsenden. Doch neben Spaß, Entspannung und Bildung können sie auch problematische Aspekte haben. Herausforderungen von Games war das Thema einer Fachtagung am 22. November in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien. Dabei ging es darum, Orientierung zu bieten und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Kinder und Jugendliche spielen gern – und das tun sie in der digitalen Welt häufig auf dem Smartphone, am PC oder an der Spielekonsole. Auf einer gemeinsamen Fachtagung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wurden aktuelle Heraus­forderungen von Games für Jugendmedienschutz, Verbraucherschutz und Medienpädagogik wurden auf einer diskutiert. Unter dem Motto „Damit das Spielen Spaß bleibt…“ ging es am 22. November in der Landes­zentrale noch den ganzen Tag lang darum, für die neuen Herausforderungen bei Games zu sensibilisieren, Orientierung zu bieten und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Neue Herausforderungen für Jugendmedienschutz und Medienpädagogik

BLM-Präsident Siegfried Schneider verwies zum Auftakt der Veran­staltung zunächst auf den Erfolg der Gamesförderung in Bayern, die vor allem auch kulturell und pädagogisch wertvolle Spiele fördert: „Die Branche hat seit 2009 wachsende Wertschätzung erfahren. Wir setzen uns mit Games gerade auch deshalb so intensiv auseinander, weil wir sie als Innovationsmotor und starken Wirtschaftsfaktor in Bayern schätzen.“ Mit Blick auf Jugendmedienschutz und Medienpädagogik unterstrich Schneider, dass „zu den inhaltlich problematischen Aspekten von Games durch Interaktionsmöglichkeiten, ökonomische Rahmenbedingungen und Anreize zu exzessivem Spielverhalten neue Risiken kommen“. Der gesetzliche Jugendmedienschutz sei gefordert, künftig auch diese Problemfelder zu erfassen, „damit das Spiel­vergnügen kein Spielverderben wird“.

Risiken erkennen und exzessives Spielen vermeiden

Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer erklärte im Hinblick auf die Fachtagung: „In digitalen Spielwelten messen sich heute rund um die Uhr Tausende von Spielern. Einigen jungen Menschen fällt es schwer, sich der Faszination zu entziehen. Sie vernachlässigen so Familie, Freunde und Schule. Anonyme Chats können zudem Cybergrooming und Cybermobbing begünstigen. Wir haben deshalb im Koalitionsvertrag für die laufende Legislatur ganz klar vereinbart, für den Schutz unserer Kinder im Internet einzutreten. Neben gesetzgeberischen Maßnahmen wollen wir auch die Medienkompetenz unserer Kinder und Jugendlichen stärken. Gemeinsam mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik haben wir das Projekt ‚Game Life! mit und über Games lernen‘ gestartet. Damit bieten wir den jungen Gamern, den Eltern und Fachkräften Orientierung, damit die jungen Menschen Risiken erkennen und auch exzessives Spielen vermeiden.“

Kinder und Jugendliche besonders schützen

Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber betonte anlässlich der Veranstaltung: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wir brauchen ein faires Internet. Kinder und Jugendliche sind unerfahren und müssen in der digitalen Welt besonders geschützt werden. Manche Geschäftsmodelle können schnell in eine schwer durchschaubare Kostenspirale führen. Online-Games können wie analoges Glücksspiel zu Abhängigkeit und Spielsucht führen. Hier ist vor allem die Games-Branche in der Pflicht: Direkte Kaufaufforderungen an Kinder in den Games darf es nicht geben! Unser Masterplan Bayern Digital II zielt auf Verbraucherinformation, Beratung und Verbraucherbildung. Damit wollen wir gerade jüngere Zielgruppen umfassend erreichen.“

Quelle: Bayerische Landeszentrale für neue Medien vom 22.11.2018