Kinder- und Jugendschutz

Bundesinnenministerium startet Ideenwettbewerb zum "Vergessen im Internet"

Gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften hat das Bundesministerium des Innern am 13. April 2011 einen Ideenwettbewerb zum "Vergessen im Internet" gestartet.

In der Auftaktveranstaltung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wurden die Inhalte des Wettbewerbs erläutert und die begleitende Internet-Plattform freigeschaltet (www.vergessen-im-internet.de). Der Wettbewerb richtet sich an Privatpersonen, Wissenschaft und Unternehmen gleichermaßen. Besonders Schülerinnen und Schüler sowie Studierende aller Fachrichtungen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. 

"Ob wir das Nichtvergessen im Internet als Segen oder Fluch begreifen, hängt vom jeweiligen Sachverhalt und der Perspektive ab", sagte die Beauftragte der Bundesregierung für die Informationstechnik, Frau Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe. "Das kollektive und für jedermann zugängliche Internet-Gedächtnis bietet viele Vorteile und Chancen. Für den Einzelnen kann die dauerhafte Dokumentation jedoch im Einzelfall zu einem ernsten Problem werden." 

Ziel des Ideenwettbewerbs ist es, zum einen die vielfältigen Chancen und Gefahren zu beschreiben, die mit der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Informationen im Internet verbunden sind. Zum anderen dient der Wettbewerb dazu, nach gesellschaftlichen, rechtlichen und technischen Lösungen für Problemstellungen zu suchen. 

Logo Vergessen im Internet

Nach den Worten von Henning Kagermann, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, bietet der Wettbewerb die Chance für neue Ansätze in einer hoch aktuellen und notwendigen Diskussion: "Ob Buchdruck oder elektronische Datensicherung: Speichermedien sind auch Kulturtechniken, und im Zeitalter des Internets wird das Löschen von Daten zu einer komplexen Aufgabe. Wie finden wir zu einem angemessenen, also die Technik intelligent nutzenden Umgang mit einem Medium, welches das Vergessen verlernt hat? Der Ideenwettbewerb gemeinsam mit dem Innenministerium setzt auf die entscheidende Ressource, die uns als Antwort auf diese Frage zur Verfügung steht - die menschliche Kreativität." 

Bewusstsein schärfen

 

Der Ideenwettbewerb gliedert sich in drei Kategorien. Die erste Kategorie lautet "Bewusstsein schärfen". In Plakaten, Videos und Kurztexten soll darauf hingewiesen werden, was es bedeuten kann, dass das Internet nicht vergisst. Das Bundesinnenministerium wünscht sich hier insbesondere von jungen Teilnehmern, von Schülerinnen und Schülern, kreative Wettbewerbsbeiträge. 

Umgangsformen und Regeln

 

In der zweiten Kategorie geht es um "Umgangsformen und Regeln". Hier werden vor allem Wissenschaftler und Studierende aus dem Bereich der Sozial-, Geistes- und Rechtswissenschaften angesprochen. Es gibt bereits erste Ansätze, die von der "digitalen Abstinenz" über Datenschutz und Informationsmanagement bis hin zur kognitiven Anpassung reichen. Die Bandbreite möglicher Lösungen ist damit aber noch lange nicht erschöpft.

Technische Lösungen

Die dritte Kategorie des Ideenwettbewerbs beschäftigt sich mit technischen Lösungen des "Verschwindenlassens" von Informationen im Internet. Die Suche nach solchen technischen Lösungen wurde vielfach mit dem plastischen Bild des digitalen Radiergummis veranschaulicht. Technische Lösungen sollten sich jedoch nicht auf die Umsetzung dieses Bildes versteifen. Hier ist Erfindergeist gefragt.

Quelle: Bundesministerium des Inneren

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