Kinder- und Jugendarbeit / Europa

Zukunft des Aktionsprogramm JUGEND in Frage gestellt

Informationen aus der EU-Kommission lassen erwarten, dass ein künftiges Jugendprogramm nur noch Teil eines Super-Bildungsprogramms werden soll - als Zugeständnis an die Europa 2020-Strategie.

Ende 2013 endet die Laufzeit von vielen aktuellen EU-Förderprogrammen, darunter natürlich auch JUGEND IN AKTION und das Programm Lebenslanges Lernen. Für die folgende siebenjährige Periode (2014 - 2020) werden zurzeit sowohl der Haushalt wie die Zuschnitte der künftigen Programme neu überdacht.

Jugendpolitik versus Wirtschaftspolitik?

Waren Experten, Praktiker und Politiker bisher der Überzeugung, dass die Erfolgsgeschichte des eigenständigen EU-Jugendprogramms auch über 2013 hinaus fortgeschrieben wird, scheint dies für die Europäische Kommission nicht ausgemacht zu sein.

Offenbar sieht Kommissions-Präsident Barroso für den Jugendbereich die Flagschiff-Initiative „Youth on the Move“ als Teil der Gesamt-Strategie Europa 2020 wohl als leitend für die kommende Programmgeneration an. Zwar hat die EU-Kommission darin einen sehr starken Akzent auf die Lebensbedingungen junger Menschen gelegt. Im Vordergrund stehen aber die Senkung der Schulabbrecherquote, die Erhöhung des Anteils der höheren Schulabschlüsse und die Reduzierung von Arbeitslosigkeit. Es scheint, als würden die für die Zukunft der EU äußerst relevanten Fragen wie die zur Stärkung einer aktiven Unionsbürgerschaft und die Beteiligung Jugendlicher am politischen und gesellschaftlichem Leben kaum noch eine Rolle spielen. Auch die starken und wirksamen Beiträge von Jugendpolitik, Jugendarbeit und von JUGEND IN AKTION zu diesen Fragen werden damit anscheinend ignoriert. Der DBJR pointiert aus Sorge um die Zukunft des Jugendprogramms diesen Ansatz in einem aktuellen Schreiben an die deutsche Jugendministerin mit der Frage „Jugend als Arbeitsmarktressource?“

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Inzwischen haben sich bereits viele zu Wort gemeldet. Die Bundesregierung bezieht eindeutig Position für ein eigenständiges Jugendprogramm. Eine Vielzahl anderer Mitgliedstaaten hat sich formell und informell ähnlich geäußert.

Das Europäische Jugendforum und die Zivilgesellschaft in Deutschland sprechen sich deutlich für ein eigenständiges Jugendprogramm aus. Das Netzwerk der Nationalagenturen für JUGEND IN AKTION hat nicht nur Position bezogen, sondern inzwischen einen konkreten Vorschlag für ein neues Programm vorgelegt.

Fast 7.000 Organisationen und Einzelpersonen haben mit der Beteiligung an der Online-Konsultation der Kommission zum Jugendprogramm – bisher die höchste Beteiligung an Konsultationen dieser Art - ihr großes Interesse an JUGEND IN AKTION zum Ausdruck gebracht.

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Die nächsten Monate werden ein Anschauungsobjekt von politischer Willensbildung und Gestaltung auf europäischer Ebene werden: Wieviel Macht hat die Verwaltung gegenüber den politischen Entscheidungsträgern? Wie vertragen sich Parlament und Rat und welchen Einfluss haben gewählte Volksvertreter? Und wie steht es um die aktive Beteiligung der Zivilgesellschaft an relevanten politischen Entscheidungen und deren Fähigkeit sich einzumischen?

Lesen Sie mehr dazu hier.

Quelle: JUGEND für Europa

asta

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