Kinder- und Jugendarbeit

KLJB: So nicht, Herr Gabriel

Windrad
Bild: matthiashn   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Zehn Tage lang hat die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) mit Messestand auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin Besucherinnen und Besucher über die Chancen einer dezentralen und bürgernahen Versorgung mit Erneuerbaren Energien informiert. Sie fordert ein klares „Ja“ zur Energiewende.

„In den vielen Gesprächen, die ich mit Menschen auf der IGW geführt habe, ist eins wieder ganz klar geworden: Die Mehrheit will eine konsequente Energiewende, wie sie die Politik nach Fukushima versprochen hat“ erklärt Wolfgang Ehrenlechner, der Bundesvorsitzende der KLJB. Auch die KLJB fordert seit langem eine konsequente Umsetzung der Energiewende und verlangt, dass spätestens ab 2050 nur noch Energie aus erneuerbaren Quellen genutzt wird.

Daher sind die derzeitigen Pläne von Sigmar Gabriel, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) grundlegend zu reformieren, indiskutabel: Die Förderung von Windkraftanlagen an Land (onshore) darf nur langsam abgebaut werden, in offshore-Anlagen sieht die KLJB im Hinblick auf die mangelnde Dezentralität kein Potenzial. „Ökostromvergütungen dürfen nicht weiter gesenkt werden“, erklärt Ehrenlechner, „dies würde ein völlig falsches Signal setzten“. Solang weite Teile der Industrie von der EEG-Umlage befreit bleiben, kann die Energiewende nicht gelingen. Der einzige Weg, die Energiewende bezahlbar zu machen, ist es, alle Akteure gleichermaßen an den Kosten zu beteiligen. Es dürfen nur jene Unternehmen von der besonderen Ausgleichsregelung profitieren, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen und ihre Energieeffizienz verbessern. Auch hier ist es an Gabriel, umzudenken und sich für einen nachhaltigen Weg einzusetzen.

Auf europäischer Ebene sieht die KLJB ebenfalls akuten Handlungsbedarf. Die aktuellen Pläne der EU, ihre einst so ambitioniert gesetzten Klimaziele aufzuweichen, sind alarmierend. Einst hatte man sich auf 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß bis 2020 geeinigt, das Ziel bis zum Jahr 2030 soll nun aber nur 27% betragen. Die 20% bis 2020 stellen für die EU kein großes Problem dar. So haben zahlreiche Länder, darunter Schweden, Finnland, Portugal und Rumänien, das Ziel längst erreicht. Umso unverständlicher ist es für die KLJB, dass das Ziel für 2030 nun so niedrig angesetzt werden soll. Hier wäre definitiv mehr möglich!  

Ein weiteres Problem: Für viele Länder Europas heißt die Einsparung von CO2 eine verstärkte Fokussierung auf Atomkraft. Wenn Europa jetzt nicht konsequent handelt wird es seine Vorbildfunktion in der Welt verlieren. Ohne verbindliche Regelungen werden die einzelnen europäischen Länder wirtschaftliche Interessen noch stärker in den Vordergrund stellen – zu Lasten des Klimas. Die KLJB fordert daher die Staats- und Regierungschefs auf, beim EU Gipfel im März richtig zu entscheiden.

Das KLJB Positionspapier „100% erneuerbar – Leitbild für eine Energieversorgung der Zukunft

Quelle: Katholische Landjugendbewegung (KLJB) vom 27.01.2014

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