Kinder- und Jugendarbeit / Nachhaltigkeit

Kinder "fairändern" die Welt

Alle zwei Jahre findet der Kindergipfel der Naturfreundejugend Deutschlands statt. Rund 100 junge Menschen im Alter von 12 bis 15 Jahren setzen sich mit wichtigen Zukunftsthemen auseinander und fordern mehr globale und Generationengerechtigkeit ein.

 

Logo des Kindergipfels, Tipi mit Weltkarte
Logo Kindergipfel

Diskussionsrunde auf dem Kindergipfel 2010Diskussionsrunde auf dem Kindergipfel 2010
Bild: Naturfreundejugend Deutschlands

Den Kinderrechten mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen und Kindern neue Partizipationsmöglichkeiten eröffnen – das sind zentralen Ziele, die die Naturfreundejugend Deutschlands mit ihren Kindergipfeln verfolgt.

Die Geschichte des Kindergipfel begann in Frankfurt: 1991 kamen 600 Kinder zum ersten Kindergipfel auf dem Paulsplatz in Frankfurt zusammen, um über Themen wie Umwelt, Zukunft und Rechte der Kinder zu reden. Schon damals hieß das Motto "Kinder reden, Erwachsene hören zu". Im Jahre 2000 übernahm die Naturfreundejugend Deutschlands die Organisation des Kindergipfels. Seitdem fand der Gipfel alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt. Auf Hannover (2000) folgten Neumünster (2002), Dortmund (2004), Duisburg (2006), Bonn (2008) und Marburg (2010). Zum ersten Europäischen Kindergipfel 2009 kamen Teilnehmer/-innen aus sieben europäischen Ländern nach Karlsruhe.  Unter dem Motto "Eine Welt. Eine Zukunft. Unsere Chance. Wir fairändern!" fand vom 13. bis 16. Mai der Kindergipfel 2010 in Marburg statt.

Damit die Veranstaltung jedes mal auch wirklich kindgerecht wird, gibt es den Kinderrat. Der Kinderrat kommt im Vorfeld des Gipfels mehrmals zusammen und sorgt dafür, dass im gesamten Planungsprozess die Interessen der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Der Kinderrat entscheidet über Workshopthemen, lädt Gäste und Schirmherren ein und begleitet die Programmplanung. Auf dem Gipfel selbst ist der Kinderrat Ansprechpartner für die Teilnehmer/-innen und vertritt deren Anliegen gegenüber den Organisator(inn)en. Außerdem übernimmt er verschiedene Aufgaben in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und transportiert so die Sichtweise der Teilnehmer/-innen nach außen.

Der Kindergipfel ist ein offizieller Beitrag zur Weltdekade der Vereinten Nationen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Teilnehmer/-innen können auf der Veranstaltung globale Zusammenhänge erkennen und Handlungsoptionen diskutieren. Ihre Kompetenzen zur Mitverantwortung werden so gestärkt. Viele Kinder und Jugendliche werden durch den Kindergipfel motiviert, sich für eine eine nachhaltige Entwicklung und mehr Gerechtigkeit zu engagieren.

Von der Veranstaltung geht ein Impuls dazu aus, die Partizipation Jugendlicher an der Diskussion wichtiger Zukunftsthemen zu fördern. Während in der aktuellen Politik und in den Medien kurzfristige nationale Interessen im Mittelpunkt stehen, machten die Teilnehmer/-innen des Kindergipfels immer wieder deutlich: Wir leben in Einer Welt, in der wir nur eine Zukunft haben, wenn wir uns gemeinsam für die Bekämpfung der Armut, den Klimaschutz und mehr Gerechtigkeit einsetzen. Wir müssen jetzt umsteuern und unseren Lebensstil und unsere Wirtschaftsweise "fairändern", damit auch nachfolgende Generationen die Chance haben, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Unter www.kindergipfel.de sind die vergangenen Kindergipfel ausführlich dokumentiert.
 
Autor: Tobias Thiele, Naturfreundejugend Deutschlands

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