Kinder- und Jugendarbeit / Gender

Jugendarbeit im Que(e)rschnitt – Broschüre zur niedersächsischen queeren Jugendstudie

Symbole von unterschiedlichen Beziehungskonzepten
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Die ausführlichen Ergebnisse der Biografiestudie „Jung, LSBTIQ* und die Jugendarbeit in Niedersachsen”, die Anfang September vorgestellt wurde, sind nun in Form einer Broschüre erhältlich. Zentrales Ergebnis ist, dass das Thema LSBTIQ* in der Jugendarbeit präsent sein sollte. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen im Bereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.

„Und einfach überhaupt damit zu rechnen, dass in deiner Jugendgruppe Menschen sind, die queer sind, wäre, glaube ich, schon mal ein riesiger Schritt.” Dieses Zitat von einer der interviewten Personen steht nicht nur auf dem Deckblatt der Ergebnis-Dokumentation der Studie „Jung, LSBTIQ* und die Jugendarbeit in Niedersachsen”, sondern macht zugleich deutlich, dass das Thema lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*geschlechtlich und queer auf allen Ebenen der Jugendarbeit präsent sein sollte, und stellt damit eines der zentralen Ergebnisse der Studie dar. Mit diesem Ergebnis verbunden ist die Forderung, dass die Ausbildung von pädagogischen Beschäftigten, Haupt- wie Ehrenamtlichen, um eine Qualifizierung zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt erweitert werden muss.

Herausforderungen für LSBTIQ*-Jugendliche

Dies ist umso wichtiger, da die Ergebnisse der Studie auch zeigen, dass und inwiefern sich die Lebenswelt von LSBTIQ*-Jugendlichen und jungen Menschen gegenüber der Lebenswelt von hetrosexuellen Jugendlichen und Jugendlichen mit binärer geschlechtlicher Orientierung unterscheidet: nämlich vor allem dadurch, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die sich als lesbisch, schwul, bi- oder pansexuell, trans* oder queer bezeichnen, immer wieder in Situationen vor Herausforderungen gestellt werden, in denen unserer Gesellschaft die etablierten binären Geschlechterrollen (Mann und Frau) und -bilder voraussetzt. Diese Strukturen gilt es aufzubrechen, damit LSBTIQ*-Jugendliche an den Angeboten der Jugendarbeit unvoreingenommen und ohne Vorurteile teilhaben können. Sofern dies gelingt, können ihnen diese Angebote in ihrer Identitätsentwicklung genügend Unterstützungsmöglichkeiten bieten und gleichzeitig zu mehr Sensibilität und Akzeptanz hinsichtlich gesellschaftlicher Vielfalt beitragen.

Qualifizierung für Haupt- und Ehrenamtliche in der Jugendarbeit

Der Landesjugendring Niedersachsen e.V. bezieht die Ergebnisse der Studie in seine aktuelle Arbeit mit ein und qualifiziert im Rahmen des Projektes neXTqueer ehren- und hauptamtliche Multiplikator(inn)en aus der Jugendarbeit in Niedersachsen im Themenbereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Weitere Informationen zum Projekt neXTqueer und den dortigen Veranstaltungsangeboten sind auf der Projektwebseite zu finden.

Über die Studie

Zu finden sind die Ergebnisse der gemeinsam vom Landesjugendring Niedersachsen e.V. und dem Institut für Diversitätsforschung an der Universität Göttingen durchgeführten Studie „Jugendarbeit im Que(e)rschnitt“ auf der Webseite des Landesjugendrings, wo die Broschüre kostenfrei heruntergeladen oder gegen Erstattung der Porto- und Versandkosten bestellt werden kann.

Die Studie wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Rahmen der Kampagne „Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* in Niedersachsen“ gefördert. Die Koordination der Kampagne erfolgt durch das Queere Netzwerk Niedersachsen (QNN).

Quelle: Landesjugendring Niedersachsen e.V. vom 26.10.2018

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