Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Deutsch-Griechisches JugendBarcamp: So schließt man Freundschaften

Teilnehmende beim deutsch-griechischen Jugendbarcamp in Leipzig
Bild: © Christian Herrmann

Der deutsche Sitz des Deutsch-Griechischen Jugendwerks wird in Leipzig sein. Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey hatte daher junge Menschen eingeladen, sich vier Tage lang über den deutsch-griechischen Jugendaustausch und über Europa auszutauschen. Ein JugendBarcamp bot dazu Gelegenheit – aber es war auch eine Chance, Leipzig zu erkunden. IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit war vor Ort und berichtet von Tanz-Sessions, Trainings und sehr grundsätzlichen Diskussionen über Demokratie, Jugendbeteiligung und Europa.

Lebensfreude, Energie und Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des JugendBarcamps „Hallo Leipzig! – Wie geht’s dir Europa?“ waren kaum zu überbieten – und das obwohl sie ein umfangreiches Programm erwartete und oft auch eine lange Anreise zu bewältigen war.

100 junge Menschen waren dem Aufruf von Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey gefolgt und trafen im Verlauf des 3. Mai in Leipzig ein. Die Einladung hatte damit geworben, dass es auch darum ginge Freundschaften zu schließen. Dazu bot das Abendprogramm des Anreisetages eine erste Gelegenheit. DJ Boureni legte in der Moritzbastei auf. Auch beim Tanzen kann man sich kennen lernen. Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter im Bundesjugendministerium, und Leipzigs Bürgermeister Ulrich Hörning begrüßten die Gäste und suchten das Gespräch mit ihnen.

Eröffnung durch Ministerin und Oberbürgermeister

Am Morgen des 4. Mai trat das ein, was der Wetterbericht hatte befürchten lassen: Regen und Kälte. In kürzester Zeit musste die Eröffnung durch Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey und den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung von der Außenbühne ins Innere der Moritzbastei verlegt werden – und das gelang. Giffey und Jung wollten aber nicht nur zu den jungen Menschen sprechen, sie wollten auch mit ihnen ins Gespräch kommen. Vertreterinnen und Vertreter von NGOs waren dafür auf die Bühne gekommen. In ihren Beiträgen wurde immer wieder deutlich, mit welchem Engagement und Ernst sie versuchen, ihre Umgebung und ihr Leben besser zu machen und wie sehr sie bereit sind anderen zu geben. Im deutsch-griechischen Austausch und in Europa sehen sie eine Chance, sich die Welt zu erschließen. Wie bedroht diese Chance ist, war allen auf dem Podium bewusst. Jugendministerin Giffey sagte: „Ein demokratisches, friedliches Europa ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam stetig daran arbeiten.“

Anspruchsvolle Barcamp-Sessions

Nach dem Mittagessen konnte das Barcamp starten. „Wer hat schon mal an einem Barcamp teilgenommen?“, wollte Moderatorin Nadia Zaboura wissen. Ganze drei Hände gingen in die Höhe – für fast alle also ein neues Format. Dass es bei einem Barcamp nicht darum geht, einem Redner zuzuhören sondern sich einzubringen, mitzumachen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Neues auszuprobieren wurde jedoch von allen schnell verstanden.

Bereits im Vorfeld waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gebeten worden, Themenvorschläge für die Sessions einzureichen. Daraus entstand ein anspruchsvolles Programm, das den Vergleich mit Deutsch-Griechischen Jugendforum, bei dem die Fachkräfte diskutierten, nicht zu scheuen brauchte. Es umfasste Projektpräsentationen, Trainings, Informationen zu Auslandserfahrungen aber auch sehr grundsätzliche Fragen zu Demokratie, Jugendbeteiligung und Europa.

Besonderer Beliebtheit erfreuten sich Sessions, die mit Bewegung einhergingen. Die Tanz-Session des griechischen Projektes „Dare Dance Digitalize“ wurde wegen der großen Nachfrage wiederholt. Äußerst lebhaft ging es bei den Bewegungsspielen in der Session zur Sprachanimation zu. Aber auch die Session der beiden UN-Jugenddelegierten Josephine Hebling und Nikolas Karanikolas war stark nachgefragt und wurde daher am zweiten Tag des Barcamps wiederholt. Das Bedürfnis, die eigenen Anliegen auf eine internationale Ebene zu heben, war offenkundig groß.

Gelegenheit Leipzig kennenzulernen

Was ist eine Anakalypse? Nein, es geht dabei nicht die Welt unter. Bei dieser Form der Stadterkundung bekommen Gruppen eine Aufgabe gestellt – beispielsweise zu Natur und Nachhaltigkeit in der Stadt oder zur Rolle der Geschlechter –, die sie mit einem vorher festgelegten Medium zu bewältigen haben. Die Ergebnisse wurden am Sonntagnachmittag präsentiert, ein kurzweiliges Potpourri aus Theater, Video, Fotografie, Interviews und Tanz. Aber auch konventionelle, thematische Stadtführungen wurden angeboten. Am Morgen des 6. Mai gab es zudem die Möglichkeit Leipziger Jugendeinrichtungen kennenzulernen. Trotz unübersehbarer Müdigkeit nach einem lebhaften Abendangebot in der Karaoke-Bar wurde auch dieser Programmteil gerne angenommen.

Und jetzt?

Die Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks steht kurz bevor, das bestätigten die Verantwortlichen aus dem Bundesjugendministerium. Auch Pafsanias Papageorgiou, Generalsekretär für Jugend in Griechenland, bestätigte dies in einer Videobotschaft während der Eröffnung des JugendBarcamps. Im Sommer soll die Gründung abgeschlossen sein. Ende dieses Jahres oder Anfang kommenden Jahres sollen dann die Büros in Griechenland und Deutschland ihre Arbeit aufnehmen. Das Bundesjugendministerium wird die Arbeit des Jugendwerks mit 3 Millionen Euro jährlich fördern. Damit werden gute Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Verbindungen, die während des JugendBarcamps geknüpft wurden, nachhaltig sind.

Weitere Informationen zum Jugendbarcamp und zur Gründung eines deutsch-griechischen Jugendwerks stehen beim Bundesjugendministerium und unter www.agorayouth.com zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zur deutsch-griechischen Zusammenarbeit im Jugendbereich finden sich außerdem bei IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Quelle: IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V., Christian Herrmann

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