Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Brot für die Welt Jugend ist gegründet

Teilnehmende von Brot für die Welt Jugend stehen mit Schildern und Kostümen in einer Gruppe, bei einer Straßenaktion für gerechte Landwirtschaft.
Bild: © Brot für die Welt Jugend Brot für die Welt Jugend bei einer Straßenaktion für gerechte Landwirtschaft

Am letzten Oktoberwochenende 2017 hat sich die Brot für die Welt Jugend gegründet. Pünktlich zum Reformationsjubiläum haben junge Leute damit eine Plattform für ihre Hoffnung auf eine bessere Welt ins Leben gerufen. Johannes Küstner, Referent für Bildung bei Brot für die Welt, berichtet über das Aktionstreffen "Youthtopia" und die Ziele des neuen bundesweiten Netzwerks für Jugendliche und junge Erwachsene.

Youthtopia hieß das bundesweite Aktionstreffen. Denn 2017 feiern wir nicht nur 500 Jahre Reformation mit Martin Luthers Thesen für eine zu erneuernde Kirche, sondern auch schon 501 Jahre Utopia mit Thomas Morus inspirierender Fiktion einer idealen Gesellschaft. Als Jugendbildungsreferent bei Brot für die Welt durfte ich dieses Jahr einen spannenden Prozess miterleben. Eine Gruppe von insgesamt 13 jungen Leuten bereitete an vier Wochenenden im Januar, April, Juli und September das Aktionstreffen Youthtopia vor.

Youthtopia 2017 war von der Gruppe als Startpunkt der Brot für die Welt Jugend geplant. Auf dem Programm für das Wochenende stand eine kreative Straßenaktion zum Thema „Gerechte Landwirtschaft“, eine Fülle spannender Workshops, viel Spaß, regionale Vernetzung und die erste Wahl des Brot für die Welt Jugendausschusses.

Was ist Brot für die Welt Jugend?

Brot für die Welt Jugend ist ein bundesweites Netzwerk für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich gemeinsam für eine gerechte Welt stark machen wollen. Das Netzwerk will junge Leute für entwicklungspolitisches Engagement begeistern und dabei unterstützen, Aktionen in verschiedenen Kontexten umzusetzen, z.B. in der evangelischen Jugend oder in Hochschulen.

Wie ist Brot für die Welt Jugend organisiert? 

In der Brot für die Welt Jugend organisieren junge Leute ihr entwicklungspolitisches Engagement selbst. Das bundesweite Aktionstreffen Youthtopia soll künftig jährlich stattfinden. Dort wird der Brot für die Welt Jugendausschuss gewählt. Dieser Ausschuss gestaltet alle Jugendbildungsangebote für die Brot für die Welt Jugend mit. Er setzt Themen und entwickelt eigene Projekte. Wie genau das aussehen wird, liegt nun in den Händen des frisch gewählten Ausschusses. Die neun jungen Leute werden sich zuerst eine Satzung und eine Geschäftsordnung geben und dann festlegen, wie sie die erste Amtszeit des Brot für die Welt Jugendausschusses nutzen wollen.

Gibt es auch lokale Gruppen?

Diese Frage ist mir dieses Jahr oft gestellt worden. Ja, das Gründungs-Orgateam hat sich dafür ausgesprochen. Eine breite Mobilisierung für politisches Engagement können erst lokale Gruppen erreichen. Deswegen haben sich bei Youthtopia die Teilnehmenden gleich lokal vernetzt und zum Teil schon für gemeinsame Aktivitäten verabredet. Wir wollen jetzt mit einer kleinen Anzahl an Gruppen probieren, welche Aktionen für dezentrale Aktionsgruppen besonders interessant sind, welche Unterstützung sie brauchen und wie sie mit Brot für die Welt kommunizieren können. Mit den Erkenntnissen dieser Testphase wollen wir dann im nächsten Jahr eigenständige Gründungen lokaler Aktionsgruppen ermöglichen.

Wie geht es jetzt weiter?

Gute Frage. Partizipativ gestaltete Prozesse lassen sich aber nur bedingt langfristig planen. Wie die Brot für die Welt Jugend selbst im Internet kommunizieren wird, welche Veranstaltungen, Aktionen und Materialien es wann und zu welchen Themen geben wird, können wir jetzt noch nicht genau ankündigen. Sicher ist eines: Das, was da entsteht, ist richtig gut! Denn diesen großen Vorteil von Jugendpartizipation hat Youthtopia 2017 eindrucksvoll erlebbar gemacht. Das letztlich 12-köpfige Orga-Team hat mit enorm viel Kreativität, Know-How und Leidenschaft ein Aktionswochenende auf die Beine gestellt, das richtig viel Energie, Freude und Aufbruchsstimmung ausgestrahlt hat. In Deutschland lebende junge Leute aus 16 verschiedenen Herkunftsländern haben eine ganz besondere Gemeinschaft erlebt und sich mit Visionen für eine bessere Welt angesteckt. Als die Kandidatinnen und Kandidaten für den Jugendausschuss ihre Bewerbungsansprachen gehalten haben, war ich sehr berührt von soviel Engagement und Begeisterung. Die 16-jährige Maria sagte: „Seit das hier angefangen hat, bin ich mit so vielen Utopien erfüllt! Die muss ich umsetzen, sonst platze ich!“  Es ist eine große Freude so motivierte, aktive junge Menschen in ihrem Engagement für Gerechtigkeit zu begleiten. Bald wird es mehr zu sehen und zu hören geben von einer mit Sicherheit bewegenden Brot für die Welt Jugend.

Weiterführende Links

Brot für die Welt Jugend bei Facebook
Brot für die Welt Jugend bei Instagram

Über den Autor

Johannes Küstner, Bildungsreferent Jugend bei Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst, ist seit 2012 für die außerschulische Bildungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zuständig. Er ist verantwortlich für die Aktionen 5000 Brote, Teller statt Tonne oder den Ökologischen Fußabdruck. Von 2008 bis 2012 koordinierte er für Brot für die Welt die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zur Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“. Zuvor arbeitete der Erziehungswissenschaftler und Psychologe sozial- und sonderpädagogisch sowie im Bereich Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Seit seiner Jugendleiterausbildung 1997 ist er in der evangelischen Jugend- und Studierendenarbeit aktiv.

Blog-Beiträge von Johannes Küstner

Quelle: Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. vom 30.10.2017

Info-Pool