Kinder- und Jugendarbeit / Qualifizierung

75 Jahre nach Auschwitz: Potentiale historisch-politischer Bildung

Wachturm und Gebäude auf dem Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz
Bild: diaan11 - pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Welche Rolle spielt der Besuch eines NS-Erinnerungsortes für die Demokratieerziehung von jungen Menschen? Und: Kann der Besuch eines historischen Ortes aus der NS-Zeit vorurteilsbehaftete Haltungen aufbrechen oder Jugendliche sozusagen immunisieren? Diesen und ähnlichen Fragen geht eine Tagung am 24. und 25. Januar 2020 in Schwerte nach.

Die Tagung „75 Jahre nach Auschwitz – Potentiale historisch-politischer Bildung an Gedenkstätten und Erinnerungsorten“ am 24. und 25. Januar 2020 findet in der Evangelischen Akademie Villigst, Iserlohner Straße 25, in Schwerte auf den Grund. Das Institut für Kirche und Gesellschaft und das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH Dortmund laden ein.

„75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz beobachten wir ein Wiedererstarken des Antisemitismus in Deutschland und eine Zunahme antisemitischer Gewalttaten“, sagt Peter Junge-Wentrup, Beauftragter für Gedenkstättenfahrten im IBB Dortmund. „Die historisch-politische Bildungsarbeit ist vor diesem Hintergrund besonders gefordert.“

Wenige Tage vor dem 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bietet die Tagung Lehrkräften, Akteuren der Erinnerungsarbeit und Jugendarbeit ein Programm aus Fachvorträgen, Praxisbeispielen und Gelegenheit für den informellen Austausch. Die Input-Vorträge halten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismus-Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Astrid Messerschmidt von der Universität Wuppertal, Stefan Querl vom Geschichtsort Villa ten Hompel Münster sowie Dr. Anke Hoffstadt vom Bildungswerk der Humanistischen Union und Astrid Wolters von der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf. Gerhard Schick vom WDR berichtet außerdem über Augmented Reality in der historisch-politischen Bildung. Jugendliche werden Projektergebnisse präsentieren.

Zwei Workshop-Phasen laden zum Erfahrungsaustausch über Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen und Gedenkstättenfahrten ein. „Ziel ist ein Erfahrungsaustausch über Möglichkeiten des erlebenden und forschenden Lernens“, sagt Peter Junge-Wentrup. „Wir wollen uns auch der Frage widmen, wie Lernorte in Nordrhein-Westfalen vom Know-how der großen Gedenkorte profitieren können im Sinne einer gelingenden historisch-politischen Bildung, die ein Lernen aus der Geschichte möglich macht.“

Die Tagungsteilnahme kostet 30 Euro inklusive Verpflegung. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des IBB Dortmund.

Quelle: Internationales Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH Dortmund vom 19.12.2019

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