Hilfen zur Erziehung / Familienforschung

Sozialpsychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen: interdisziplinär erfolgreich

Der Papierschnitt einer Familie liegt in den Händen eines Kindes
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Wenn Kinder oder Jugendliche psychische Auffälligkeiten zeigen, ist eine multidisziplinäre und vernetzte Versorgung sinnvoll. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) begrüßt, dass die sozialpsychiatrische Arbeit jetzt evaluiert und als sehr erfolgreich bewertet wurde.

In ambulanten Arzt-Praxen, die nach der "Sozialpsychiatrie-Vereinbarung (SPV)" arbeiten, gibt es neben Kinder- und Jugendpsychiatern vor allem Sozial- oder Heilpädagogen sowie Psychologen und Psychotherapeuten, die häufig eine systemische Weiterbildung absolviert haben.

"Interdisziplinäres und vernetztes Arbeiten in den Sozialpsychiatrie-Praxen wird sowohl von den leitenden Ärzten wie von den Patientinnen und Patienten sehr positiv beurteilt", kommentiert DGSF-Vorsitzender Dr. Björn Enno Hermans die im Juni vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) vorgelegte Studie. In diesen Praxen seien viele systemisch weitergebildete Mitarbeiter tätig. Die Einbeziehung der Familie und des weiteren Umfeldes sei für systemisch Weitergebildete selbstverständlich. "Wir freuen uns, dass Systemische Familientherapie über die Sozialpsychiatrie-Vereinbarung schon heute einen wichtigen Beitrag in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen und deren Familien leistet", so Hermans.

Gleichzeitig erwartet der DGSF-Vorsitzende, dass Systemische Psychotherapie künftig im Gesundheitswesen eine stärkere Rolle spielen wird in der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie von Erwachsenen. Für die Zulassung als sogenanntes Richtlinienverfahren – neben der Verhaltenstherapie und den psychodynamischen Verfahren – wird die Systemische Therapie derzeit vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geprüft. Nach einer Zulassung kann Systemische Therapie auch in psychotherapeutischen Praxen als Leistung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden.

Die DGSF ist ein berufsgruppenübergreifender Verband systemisch tätiger Fachkräfte und Institutionen. Die mehr als 6.000 Mitglieder – darunter Ärzte, Sozialpädagogen oder Psychologen – sind überwiegend im Gesundheitswesen, der Jugendhilfe oder anderen psychosozialen Arbeitsfeldern tätig. Rund 200 systemisch-familienorientiert arbeitende Einrichtungen und Weiterbildungsinstitute sind dem Verband angeschlossen, hinzu kommen vermehrt Coaching-Fachkräfte auch aus dem Profit-Bereich.

Die Evaluationsstudie des Zi ist im Internet veröffentlicht unter: www.kbv.de/media/sp/SPV_Abschlussbericht_2014.pdf (PDF; 1,6MB)

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. vom 12.06.2015