Inobhutnahme / Flucht und Migration

Zahl der Inobhutnahmen in Niedersachen stark angestiegen

Jugendlicher mit über den Kopf gezogenem Kapuzenpullover sitzt auf einer Mauer
Bild: french 03 - photocase.de

In 2015 stieg die Zahl der von den Jugendämtern in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen deutlich an. Hauptgrund für den deutlichen Anstieg der Inobhutnahmen waren die unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland.

Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) weiter mitteilt, wurden insgesamt 5.758 Jungen und Mädchen unter den Schutz der Behörden gestellt, 1.873 Betroffene mehr als 2014.

Hauptgrund für den deutlichen Anstieg der Inobhutnahmen waren die unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland. Gegenüber dem Vorjahr versiebenfachte sich die Zahl der Minderjährigen, die im Jahr 2015 ohne einen Erziehungsberechtigten nach Niedersachsen kamen. Wurden 2014 aus diesem Grund 354 Kinder und Jugendliche dem Jugendamt übergeben, erhöhte sich diese Zahl im vergangenen Jahr auf 2.492.

Von diesen unbegleitet eingereisten Kindern und Jugendlichen waren 2.286 Jungen und 206 Mädchen. Für den überwiegenden Teil dieser Kinder und Jugendlichen wurde die Altersklasse 16 bis 18 Jahre angegeben (1.686 Personen). Weitere 567 Jungen und Mädchen zählten zur Altersklasse zwischen 14 und 16 Jahren, 127 Kinder zu der Altersklasse zwischen 12 und 14 Jahren. Die weiteren 112 Kinder verteilten sich auf die Altersklassen unter 12 Jahren.

Nach der unbegleiteten Einreise aus dem Ausland war ein weiterer Hauptgrund für die Inobhutnahme die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils. Dieser Anlass für die Maßnahme lag bei 1.682 Kindern und Jugendlichen vor. Zu beachten ist, dass jeweils bis zu zwei Gründe für die Inobhutnahme angegeben werden können. Neben "sonstige Probleme" (1.482) wurden Beziehungsprobleme (524), Vernachlässigung (457) und Anzeichen für Misshandlung (356) von den Jugendämtern häufiger als Grund genannt.

In 1.358 Fällen erfolgte die Maßnahme auf Wunsch des Kindes oder des Jugendlichen. Bei 4.400 Jungen und Mädchen wurde das Jugendamt aufgrund einer Gefährdung (dringende Gefahr) tätig. Während der Maßnahme waren die meisten Betroffenen in einer Einrichtung untergebracht, 1.253 Mädchen und Jungen hielten sich bei einer geeigneten Person auf und weitere 1.036 Kinder und Jugendlichen wurden in einer sonstigen betreuten Wohnform versorgt.

Quellen: Landesamtes für Statistik Niedersachsen vom 28.06.2016

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