Jugendforschung / Kinder- und Jugendarbeit

Studie "Jugendliche Lebenswelten in Brandenburg" veröffentlicht

Vier Jugendliche auf dem Rad

Die Studie "Jugendliche Lebenswelten in Brandenburg" des SINUS-Instituts für Markt- und Sozialforschung ermöglicht Fachkräften aus der Jugendhilfe, Lehrkräften und kommunalen Verwaltungen einen differenzierteren Blick auf Jugendliche.

Sport ist die beliebteste Freizeitaktivität der Brandenburger Jugendlichen und die meisten fühlen sich an ihrer Schule wohl. Das geht aus der Studie "Jugendliche Lebenswelten in Brandenburg" des SINUS-Instituts für Markt- und Sozialforschung im Auftrag der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung hervor, die vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport MBJS gefördert wurde.

Die brandenburgische Studie nimmt in den Blick, wie Jugendliche aus verschiedenen sozialen Milieus ihre Schule und Jugendeinrichtungen vor Ort erleben. Es beschreibt sieben verschiedene Lebenswelten (Gruppen) von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Einige Ergebnisse:

  • Die große Mehrheit der Jugendlichen fühlt sich an der Schule wohl, neun von zehn Befragten. Zwei Drittel geben an, sich auch nach Unterrichtsschluss gut an der Schule aufhalten zu können.
  • Sport ist mit Abstand die beliebteste Freizeitaktivität unter Jugendlichen, die Hälfte der Mädchen und Jungen ist zudem in einem Sportverein aktiv.
  • Nur rund ein Zehntel ist in Jugendverbänden und Kirchen aktiv, politisch aktiv sind nur ein bis zwei Prozent der Befragten. Weniger als die Hälfte der Jugendlichen wissen, was eine Schülervertretung ist.
  • 28 Prozent der brandenburgischen Jugendlichen möchten in der Region bleiben, 72 Prozent zieht es hingegen weg. Immerhin 52 Prozent halten sich die Option offen, nach der Ausbildung in die Region zurückzukehren.

Mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler in Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt (Landkreis Oder-Spree) sowie Königs Wusterhausen und Lübben (Landkreis Dahme-Spreewald) wurden für die brandenburgische Studie befragt. Die Jugendämter beider Landkreise haben ein besonderes Interesse an der Implementierung des Lebenswelten-Ansatzes bekundet. Im März/April 2015 finden in beiden Landkreisen Workshops zu der Studie statt.

Die Studie "Jugendliche Lebenswelten in Brandenburg" ermöglicht Fachkräften aus der Jugendhilfe, Lehrkräften und kommunalen Verwaltungen einen differenzierteren Blick auf Jugendliche. Diskussionen über die Studie in Kommunen, Schulen und Verwaltungen könnten zur Überprüfung des eigenen Handelns führen, wie z.B. beim Profil und den Angeboten von Jugendarbeit.

Das SINUS-Institut für Markt- und Sozialforschung führt seit vielen Jahren regelmäßig Studien nach dem Modell der der Sinus-Milieus durch, darunter die Jugendstudie "Wie ticken Jugendliche?"

Quelle: Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vom 02.04.2015

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