Qualifizierung / Flucht und Migration

Weiterbildungsangebot soll Diskussion über Islam in Rheinland-Pfalz versachlichen

„Die Landesregierung schützt die Religionsfreiheit, setzt sich für eine sachliche Diskussion ein und für Toleranz gegenüber den verschiedenen Religionen.“ Das unterstrichen die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer, Bildungsministerin Doris Ahnen und die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Maria Weber, heute in Mainz anlässlich der Unterzeichnung einer Zielvereinbarung über das Konzept eines Weiterbildungsangebots zum Islam.

Das Weiterbildungsangebot richtet sich an Multiplikatoren aus dem öffentlichen Dienst und der Verwaltung, aus der schulischen und außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung und dem Gesundheitswesen und wurde von der Arbeitsgruppe „Religion“ im Rahmen des Integrationskonzeptes des Landes Rheinland-Pfalz erarbeitet. Ziel des Weiterbildungspakets ist es, die vorhandenen Vorbehalte gegenüber dem Islam sachlich zu diskutieren.

Den Auftakt des Weiterbildungsangebots bildet eine Pilotveranstaltung im November 2010. Nach erfolgreicher Evaluation sollen im Jahr 2011 mehrere Weiterbildungsveranstaltungen unter Berücksichtigung lokaler oder zielgruppenorientierter Schwerpunkte stattfinden. Das Weiterbildungsangebot wird als Service-Paket mit verbindlichem Konzept potenziellen Veranstaltern angeboten werden, die es dann vor Ort umsetzen.

Gemeinsame Veranstalter sind der Initiativausschuss für Migrationspolitik, der auch für die Organisation und Vorbereitung zeichnet, die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration, die Landesbeauftragte für Migration und Integration sowie die Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen und für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

„Das Bild vom Islam ist in Deutschland oft negativ und von einer verengten Sichtweise geprägt, das zeigt nicht zuletzt die aktuelle Diskussion. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland rund vier Millionen Muslime leben, davon über 100.000 in Rheinland-Pfalz, und der Islam die drittstärkste Religionsgemeinschaft in Deutschland ist, müssen wir die Aufklärungs- und Informationsarbeit verstärken und den Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen weiter intensivieren“, so Malu Dreyer. Das Weiterbildungsangebot könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Bildungsministerin Ahnen betonte, dass auch der islamische Religionsunterricht, der zurzeit an Grundschulen in Ludwigshafen, Mainz und Worms sowie an einigen weiterführenden Schulen in Ludwigshafen erprobt werde, einen wertvollen Beitrag zur Integration von Musliminnen und Muslimen leiste. Durch den islamischen Religionsunterricht werde auch in den Schulen der konstruktive Austausch über den Islam gefördert.

Nach Ansicht von Ministerin Dreyer, die seit 1. Oktober 2010 Vorsitzende der Integrationsministerkonferenz der Länder ist, liefert die kontinuierliche und sachorientierte Integrationsarbeit in Rheinland-Pfalz gute Ansatzpunkte für die Versachlichung der Diskussion über den Islam. Neben den seit mehreren Jahren erfolgreich geführten Veranstaltungen „Interreligiöser Dialog“ und dem von der Integrationsbeauftragten initiierten „Islamforum Rheinland-Pfalz“ seien es auch die „Tage der offenen Moschee“, die eine gute Gelegenheit für ein besseres Kennenlernen und Miteinander zwischen muslimischen Einwanderern und der aufnehmenden Gesellschaft böten.

Herausgeber: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz

 

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