Junge Flüchtlinge

Traumabehandlung von Flüchtlingen in Hessen

Trauriger Junge schaut aus dem Fenster eines Wagens
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Vier neue, psychosoziale Beratungszentren werden sich künftig in Hessen um die Trauma-Versorgung von Geflüchteten kümmern. Die Träger wurden von Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner bekannt gegeben. In den Aufbau der Zentren werden auch Erfahrungen und Ergebnisse aus dem hessischen Pilotprojekt STEP-BY-STEP einfließen.

Folgende Träger hat Sozialminister Stefan Grüttner am 29. November vorgestellt: der Trägerverein Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete in Nordhessen e.V., die Bietergemeinschaft DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt e. V. / Caritasverband Darmstadt e. V., der Trägerverein Psychosoziales Zentrum für geflüchtete Menschen in Mittelhessen e.V.  und der Verbund Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete Rhein-Main.

Für jedes Zentrum stehen bis zu 400.000 Euro an Fördergeldern pro Jahr zur Verfügung. „Besonders für schwer traumatisierte Geflüchtete ist eine möglichst zeitnahe professionelle Notfallhilfe unbedingt notwendig“, unterstrich der Minister. „Hessen hat dieses wichtige Thema als erstes Bundesland bereits 2015 mitten in der Flüchtlingskrise angepackt. Damit sind wir konsequent weit über die Aufgaben der Unterbringung der Flüchtlinge hinausgegangen und haben die Grundsteine für Integration gelegt - wie im Aktionsplan der Hessischen Landesregierung zugesagt“, betonte Grüttner.

Pilotprojekt STEP-BY-STEP

In den Aufbau der vier Beratungszentren werden auch wichtige Ergebnisse aus dem bundesweit einzigartigen hessischen Pilotprojekt STEP-BY-STEP einfließen, das zur Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung Darmstadt von Februar 2016 bis April 2017 durchgeführt wurde. „Das Projekt STEP-BY-STEP hat Dank des durchdachten Konzepts, insbesondere durch die Einbeziehung der in Hessen vorhandenen multiprofessionellen Kompetenzen große Aufmerksamkeit erlangt. Wir freuen uns, dass in Zukunft viele Bausteine, wichtige Grundprinzipien und Erkenntnisse von STEP-BY-STEP kontinuierlich weitergeführt und auf andere Einrichtungen übertragen werden“,   unterstrich der Minister.

Zentrale Aufgabe

Neben diesem Aspekt wird die vornehmliche Aufgabe der vier psychosozialen Beratungsstellen darin bestehen, für die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes strukturierende Angebote und Sprechzeiten anzubieten und in der Folge geeignete Schritte zur Stabilisierung und Weitervermittlung der traumatisierten Menschen in die örtlichen Regelstrukturen vorzunehmen.  Auch kommunale Einrichtungen können sich an diese Zentren wenden, wenn in ihren Landkreisen oder Städten Geflüchtete unter den traumatischen Umständen der Flucht oder gewalttätigen Vorkommnissen in ihrem Heimatland leiden. Die Beratungszentren dienen hier als erste Anlaufstelle zu Krisenintervention und Stabilisierung und sollen weiterhin Ansprechpartner in Fragen der psychosozialen Betreuung für Kommunen und Städte sowie Ansprechpartner für freiberufliche Therapeuten und Dolmetscher darstellen. „Damit unterstützen wir die Kommunen einmal mehr und sind zuverlässiger Partner bei der Integration, die in den Städten und Kommunen konsequent weiter umgesetzt werden muss“, betonte Grüttner abschließend.

Quelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration vom 27.11.2017

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