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Häusertreffen

Inklusivere Reisen für Kinder und Jugendliche

Drei junge Männer, einer im Rollstuhl, stoßen fröhlich mit bunten Getränken an.
Bild: Elevate – unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Gemeinsame Reisen für alle Kinder und Jugendlichen: Dieser Anspruch einer inklusiven Gesellschaft ist bei Weitem noch nicht erreicht. Die Coronapandemie hat offenbart, welche Fortschritte vor allem im schulischen Bereich gemacht wurden, in anderen Bereichen aber noch zu wenig. Die Verbesserung der Inklusion bei Kinder- und Jugendreisen ist daher Thema des diesjährigen Häusertreffens.

„Derzeit sind Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen noch immer von zu vielen Angeboten ausgeschlossen“, sagt Dennis Peinze, Geschäftsführer des Bundesforums Kinder- und Jugendreisen. Grund genug für den Dachverband, dieses Thema mit seinen Mitgliedern weiter anzugehen.

13 von 100 Menschen in Deutschland leben nach Informationen der „Aktion Mensch“ mit einer Behinderung. Insgesamt mehr als 10 Millionen, auch sehr viele Kinder und Jugendliche. Inklusion – also die Teilhabe aller Menschen am gesamten gesellschaftlichen Leben – wird besonders beim Thema Schule in der Öffentlichkeit breit diskutiert und wahrgenommen. In vielen Bereichen, die gerade für die Jüngsten relevant sind, ist das Thema hingegen bislang kaum angekommen oder nur sehr zaghaft umgesetzt.

„Beim inklusiven Reisen für Kinder und Jugendliche stehen die Anbieter in vielerlei Hinsicht vor großen Herausforderungen“, so Peinze. Pädagogische Konzepte und entsprechend qualifizierte Begleitungen seien die eine Seite. „Und dann ist da noch die Frage, wie sich Unterkünfte für inklusive Angebote fit machen können. In den meisten Fällen sei es ja eben nicht damit getan, an einem Treppenbereich eine Rollirampe zu installieren. Modellprojekte der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es auf viele Details ankommt, die passen müssen, damit eine Unterkunft auch Menschen mit Behinderung einen barrierefreien Aufenthalt ermöglichen kann“, so Peinze.

Erkenntnisse aus der Pandemie nun „in die Praxis einbringen“

Gerade Corona habe offenbart, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen noch weniger am gesellschaftlichen Leben teilhaben konnten. Dieser sozialen Ausgrenzung müsse nun verstärkt begegnet werden. „Auch, wenn die UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2008 in Kraft getreten ist, sehen wir bislang doch oft nur kleine Fortschritte“, sagt Dennis Peinze.

Aus den Erfahrungen in Modellprojekten und im Austausch unter anderem mit der „Aktion Mensch“ habe man beim Thema Kinder- und Jugendreisen für alle jedoch bereits einen gewissen Erfahrungsschatz zusammengetragen. „Diesen werden wir nun stärker in die Praxis einbringen“, erklärt der Geschäftsführer des BundesForum.

Eine wichtige Gelegenheit dazu ist das diesjährige 13. Häusertreffen (1. bis 3. Dezember 2021) in Naumburg (Saale). Ein Schwerpunkt der Workshops ist das Thema Inklusion – und zwar aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Mit dem Häusertreffen hat das Bundesforum nun seit mehr als einem Jahrzehnt ein sehr effektives Angebot, das Kinder- und Jugendreisen von Jahr zu Jahr auf ein neues Level hebt. Der Schwerpunkt Inklusion bedeutet dabei eine der größten Herausforderungen für Kinder- und Jugendreisen.

Quelle: Bundesforum Kinder- und Jugendreisen vom 02.11.2021

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